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UN-Sonderberichterstatter kritisiert Deutschlands Schulsponsoring

Düsseldorf > In Sachen Schulsponsoring erreichte Deutschland die deutliche Kritik des UN-Sonderberichterstatters Vernor Munoz Villalobos. Der hatte Deutschland im Februar 2006 besucht und danach das deutsche Schulwesen massiv kritisiert – unter anderem wegen der Öffnung der Schulen für eine Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Der UN-Sonderberichterstatter befürchtet u.a. eine Korrumpierung des Lehrpersonals, berichtet die Rheinische Post (RP). Auf den schriftlichen Munoz-Bericht an die UN-Menschenrechtskommission über das deutsche Schulwesen reagierte die Kultusministerkonferenz (KMK) mit Kopfschütteln und Unmut.

Das NRW-Schulministerium erläuterte auf Anfrage der RP, Munoz stamme aus Costa Rica und habe offenbar eine falsche Vorstellung von Unternehmertum in Deutschland. Unverständnis und Unmut erregten auch die Kritik von Munoz an dem Ziel einer individuellen Förderung von Schülern und seine Ansicht, der Erwerb der deutschen Sprache sei für die Integration weniger wichtig.

Nordrhein-Westfalen liegt beim Schulsponsoring vorne: Über 42 Prozent der allgemeinbildenden weiterführenden Schulen verfügen dort über eine Partnerschaft mit einem Unternehmen; mehr als 1.050 Partnerschaften bestehen bereits. Das liegt auch daran, dass die Landesstiftung „Partner für Schule“ den Schulen bei der Sponsorensuche unter die Arme greift. Die Website der Stiftung bietet zugleich umfangreiches Material zum Thema:

www.partner-fuer-schule.nrw.de