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UN Global Compact – Die Zeit nach Annan

Geschäftsführer Georg Kell über die Zukunft der UN-Initiative

 

Zweifelsohne galt der Global Compact als Liebkind von Kofi Annan, dem mittlerweile ehemaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen. Wochenlang wurde spekuliert, wie sein Nachfolger Ban Ki-Moon mit der weltweite Initiative fortfahren würde.

Kofi Annan rief den Global Compact vor sieben Jahren beim World Economic Forum in Davos ins Leben. Der weltweite Zusammenschluss von Unternehmen und Organisationen soll einen Beitrag zur Erreichung der Millennium Development Ziele leisten. Für Annan immer auch ein persönliches Anliegen.

Georg Kell, Geschäftsführer des UN Global Compact in New York, erklärt, dass Annan dem Global Compact aus den Startlöchern geholfen hat. „Unter seinem Flügel konnte der Global Compact heranwachsen“, so Kell in einem Interview mit dem britischen Ethical Corporation Magazin. „Dadurch erhielt die Initiative eine privilegierte Stellung ganz oben in der Nahrungskette des UN-Systems. Das war sehr wichitg um die Idee weltweit durchzusetzen.“

Auf eigenen Füssen

Kell meint, dass der Global Compact jetzt auf eigenen Füssen steht – Annan’s Nachfolger Ban Ki-Moon hat dem Global Compact seine Unterstützung zugesagt. Im Vorfeld der Übergabe hat das Global Compact Büro in New York einige Reformen durchgeführt, die etwa auch den lokalen Netzwerken mehr Einfluss geben sollen.

Im Verlauf des Vorjahres wurde der Global Compact auch mit Problemen konfrontiert. Einmal waren dies finanzielle Probleme, vor allem aufgrund der raschen Expansion in mehr als 100 Länder.

Strengeres Reglement zur Wahrung der Glaubwürdigkeit 

Auch die Einführung von Maßnahmen zur Messung der Integrität um die Glaubwürdigkeit zu stärken, wurden nicht immer begrüßt. Im Oktober 2006 hat der Global Compact 325 Unternehmen von seiner Mitgliedsliste gestrichen, weil diese es verabsäumt hatten, einen Fortschrittsbericht einzureichen. Noch im Juni 2006 hätte die Umsetzung dieser Maßnahme eine Streichung von ca. 2.000 Mitgliedsunternehmen bedeutet – dh. innerhalb weniger Monate konnten die Global Compact MitarbeiterInnen und Netzwerke zahlreiche Unternehmen dazu bewegen, einen Fortschrittsbericht zu verfassen.

In die Zukunft blickend weißt Kell auf größere Initiativen im Bereich Klimaschutz hin. Er hofft, dass der Global Compact diese beim UNGC „Leaders Summit“ im July 2007 bereits vorstellen wird können. Ban Ki-Moon hat bereits zugesagt, den Vorsitz bei diesem Gipfeltreffen in Genf wahrzunehmen.

Ban Ki-Moon traf WirtschaftsvertreterInnen beim Österreich-Besuch

Im Rahmen seines Wien Besuches Ende Februar 2007 traf der neue UN Generalsekretär auch mit WirtschaftsvertreterInnen zusammen, darunter auch von UN GC Mitgliedsunternehmen wie der OMV Aktiengesellschaft (im Bild rechts OMV Generalsekretär Karl Jung mit Ban Ki-Moon). respACT austria ist seit Jänner 2006 verantwortlich das nationale Netzwerk des UN Global Compact in Österreich.