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Führungskräfte fürchten Auseinanderbrechen der Gesellschaft

Köln > Deutschland droht nach Einschätzung einer großen Mehrheit der Führungskräfte die Rückkehr zur Klassengesellschaft. Wie die aktuelle Umfrage unter 646 repräsentativ ausgewählten Führungsspitzen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zeigt, die das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) für das Wirtschaftsmagazin ‚Capital‘ (Ausgabe 7/2007, EVT 15. März) regelmäßig durchführt, fürchten 78 Prozent der Elite, dass sich zunehmend eine Unterschicht herausbildet, die sich sozial und wirtschaftlich vom Rest der Gesellschaft abkoppelt. Knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) erwartet außerdem eine wachsende Zahl von Verlierern der Globalisierung. Die Politik machen aber nur 35 Prozent der Elite für die Verschärfung der sozialen Gegensätze verantwortlich.

Sehr gut schneidet im Urteil der Führungs-Elite die Bewertung des deutschen Sozialstaats ab. Und immerhin 72 Prozent sagen, dass der Sozialstaat dem Land über die Jahrzehnte mehr Nutzen als Schaden gebracht hat. Für fast jeden Fünften (18 Prozent) überwiegt allerdings der Schaden. Die größten gesellschaftlichen Konfliktpotenziale stecken nach Einschätzung der Elite in den Spannungen zwischen Deutschen und Migranten (35 Prozent) und zwischen der jungen und alten Generation (34 Prozent).