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CSR und Verbraucher – 77 Prozent haben den Begriff CSR nie gehört

Hannover > Von 2005 bis 2006 hat das imug Institut für Markt-Umwelt-Gesellschaft e.V. an der Universität Hannover im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ein Forschungsprojekt zum Thema CSR und Verbraucher durchgeführt. „Die Wahrnehmung von Corporate Social Responsibility (CSR) – Aktivitäten von Unternehmen als Handlungsoption für Verbraucherinnen und Verbraucher“ lautete dessen Titel. Nun berichtet das Institut in einer Sonderausgabe der imug news über dessen Ergebnisse.

Das imug Institut fragte im Rahmen des Forschungsprojektes auch nach der Bekanntheit des Begriffes CSR gefragt. 77 Prozent der Teilnehmer dieser repräsentativen Haushaltumfrage haben den Begriff noch niemals gehört. Die Mehrheit der Befragten besaß trotzdem ein differenziertes Verständnis davon, wie die Verantwortungsübernahme von Unternehmen aussehen soll. Arbeitsplatzerhaltung, Sozialstandards und fairer Handel, das Verhalten gegenüber Mitarbeitern, die Reinhaltung von Luft, Böden, Gewässer oder auch „Qualität zu fairen Preisen“ standen dabei hoch im Kurs. Insgesamt umfasst CSR im Verständnis der deutschen Konsumenten eine breite Palette unternehmerischer Handlungsfelder, die nicht alle als gleich relevant eingeschätzt werden. Hier wirken sich eine hohe öffentliche Aufmerksamkeit zu bestimmten Themen oder die persönliche Betroffenheit von Einzelthemen (z.B. dem Thema Arbeitsplatz) aus.

Zugleich untersuchte das imug, wie Konsumenten in angemessener Weise über die CSR-Leistungen von Unternehmen informiert werden können. Transparente Regeln und ein Mindestmaß an Objektivität, Vergleichbarkeit und Regelmäßigkeit sind Voraussetzungen, damit CSR-Informationen glaubwürdig und für den Verbraucher nützlich werden. Zumindest in ihrer Pauschalität widerlegt werden konnte die immer wieder formulierte These, dass Informationen über das Verhalten der hinter den Produkten und Marken stehenden Unternehmen möglicherweise „interessant“ sind, jedoch letztlich keine Kaufrelevanz haben. Dazu beschäftigte sich das Forschungsprojekt mit den CSR-Produkttests der Stiftung Warentest. Am Beispiel des CSR-Tests „Tiefkühllachs“ konnte nachgewiesen werden, dass zumindest in unmittelbarer zeitlicher Nähe zur Test-Heft-Veröffentlichung jeder vierte befragte Abonnent Informationen zur Corporate Social Responsibility im Zuge seiner Kaufentscheidungen berücksichtigt.

Weitere Infos im Internet: http://www.imug.de