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Wachsende Rohstoffhunger steigert Interessenkonflikte – Unternehmensverantwortung der Metals & Mining-Branche

München > Der wachsende Rohstoffhunger wird bestehende Interessenkonflikte zwischen Metall- und Bergbauunternehmen, Bevölkerung und Umwelt künftig noch verstärken. Durch die hohen finanziellen Anreize wird vor allem der Druck auf Regierungen steigen, Großprojekte zu genehmigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der Rating-Agentur oekom research zu den Aktivitäten der 20 weltweit bedeutendsten börsennotierten Metall- und Bergbauunternehmen. Die Analyse bewertete, inwieweit ökologische und soziale Aspekte in der Unternehmenspolitik eine Rolle spielen.

„Insgesamt gibt es deutliche Unterschiede, wie konsequent die Unternehmen der Branche ökologische und soziale Kriterien in der Unternehmensführung implementiert haben“, berichtet Kristina Rüter, branchenverantwortliche Analystin bei oekom research. Die beste Bewertung erhielt der britisch-australische Bergbaukonzern BHP Billiton, gefolgt von dem US Aluminium-Konzern Alcoa. BHP Billiton und Alcoa konnten vor allem durch ihr hohes gesellschaftliches Engagement punkten. Im unteren Viertel der Rangliste rangieren die internationalen Stahlkonzerne Thyssen Krupp und Arcelor Mittal.

„Die Herausforderungen der Branche in den Bereichen Umwelt und Soziales sind verglichen mit anderen Industriezweigen sehr hoch“, erklärt Rüter. Wie exponiert beispielsweise die Arbeitsbedingungen sind, zeigt die Tatsache, dass nur ein einziges der analysierten Unternehmen keine tödlichen Arbeitsunfälle innerhalb der letzten drei Jahre verzeichnete: der Kupferhersteller Norddeutsche Affinerie. Als weiteren wichtigen sozialen Aspekt überprüften die Analysten die Menschenrechtspolitik der Unternehmen. Konflikte entstehen hierbei vor allem durch die raumgreifende Landnutzung durch Abbauaktivitäten in Entwicklungsländern. Dadurch wird die lokale Bevölkerung verdrängt oder muss massive Einschnitte in ihre Lebensgewohnheiten ertragen. Lediglich neun der 20 analysierten Unternehmen konnten eine interne Richtlinie vorweisen, die Maßnahmen beschreibt, wie Menschenrechte vor Ort gewahrt bleiben. „Bezeichnenderweise für die Branche haben wir bei insgesamt sieben Unternehmen eindeutige Menschenrechtsverstöße registriert“, so Rüter. Auch im Umweltbereich stehen die Unternehmen der Metals & Mining – Branche vor einer großen Bandbreite an Herausforderungen: Verminderung der Luftverschmutzung und des Ausstoßes klimawirksamer Gase, sichere Entsorgung hochgiftiger Produktionsrückstände und der verantwortungsvolle Umgang mit Altanlagen und Altlasten.

Als Fazit der Untersuchung erklärt die Expertin, dass die meisten Unternehmen zwar versuchen, die negativen Auswirkungen der Großprojekte zu begrenzen. Insgesamt jedoch würden Projekte, allein aus Rücksicht gegenüber Umwelt oder Bevölkerung nicht aufgegeben. „Der wachsende Rohstoffhunger wird bestehende Interessenkonflikte zwischen Unternehmen, Bevölkerung und Umwelt künftig noch verstärken. Vor allem der Druck auf Regierungen, Großprojekte zu genehmigen, wird durch die hohen finanziellen Anreize steigen“, prognostiziert die Analystin. Allerdings sieht sie auch Chancen: „Die hohen Preise am Markt gewähren den Rohstoffunternehmen möglicherweise mehr Spielraum für eine umwelt- und sozialverträglichere Gestaltung ihrer Aktivitäten.“

Weitere Informationen im Internet: www.oekom-research.com