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So kann Gesundheit zum Wachstumsmotor der Wirtschaft werden

Das Gesundheitssystem, bisher als teure Fessel der deutschen Wirtschaft verschrieen, kann zum Wachstumsmotor eines kommenden Aufschwungs werden. Erik Händeler, Journalist und Buchautor deckt in einem Beitrag* für die neue Ausgabe der Zeitschrift Christ & Wirtschaft die Chancen einer Umstellung des Gesundheitssystems auf. Mit einem „Blick in die Geschichte der Zukunft“ zeigt er, wohin sich der gesamte Gesundheitsmarkt entwickeln könnte, wenn er Wachstumsmotor der Wirtschaft werden soll.

Sein Szenario: Das „Krankheitsreparatursystem“ der alten Industriegesellschaft wird sich völlig neu zu einem Gesundheitssystem organisieren, bei dem ein Großteil der Kassenbeiträge für die Gesunderhaltung und nicht für die Wiederherstellung verwendet wird. Im Jahre 2020 bekommen die Patienten Wissen, Güter und Dienstleistungen zu ihrer Gesunderhaltung, was die Beiträge für die Krankenkassen senkt. Was zuvor für Krankheitspflege ausgegeben wird, steht nun (weil die Leute weniger krank sind) für Nachfrage und Wachstum in anderen Bereichen zur Verfügung- von der besseren Wohnung bis zur Weiterbildung.

„Nicht die zusätzlichen Ausgaben für Gentechnik oder Medikamente treiben die Wirtschaft an, sondern wenn man mit Hilfe der Gentechnik einem Dialyse-Patienten gezüchtete Nieren transplantieren kann, muss dieser nicht mehr alle zwei Tage an eine Maschine, die sein Blut reinigt. Er kann wieder Vollzeit arbeiten oder Kinder hüten oder der Gesellschaft sonstwie dienen, und er wird viele Jahre länger leben. Nicht die Ausgaben für Gesundheitsaufklärung und Prävention treiben die Wirtschaft, sondern eine wachsende Selbstbeteiligung bringt die meisten dazu, sich mehr zu bewegen und gesundheitsverträglicher zu essen, so dass weniger von Zivilisationskrankheiten betroffen sind und dadurch mehr und produktiver arbeiten,“ erhofft sich Händeler für die Zukunft. (30.03.2007)

*Quelle: Erik Händeler, Ein Blick in die Zukunft, Christ & Wirtschaft 2/2007