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Jahresbericht 2006 von TransFair e.V.: Absatz verdoppelt

Der gemeinnützige Verein TransFair e.V. handelt nicht selbst mit Waren. Der Verein vergibt vielmehr sein Siegel für fair gehandelte Produkte. TransFair ist keine Marke, sondern zeichnet Produkte mit seinem Siegel aus, die zu festgelegten fairen Bedingungen gehandelt wurden. Zu den Aufgaben gehören Marketing und Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit, um damit das Fairtrade-Siegel und den Fairen Handel bekannter zu machen. Um die Unabhängigkeit und Effizienz der Kontrolle der Fairhandelsregeln zu verbessern wird die Überwachung der Einhaltung der Regeln von Seiten unserer Lizenznehmer seit Januar 2007 von Flo-Cert Germany übernommen. TransFair e.V. hat jetzt seinen Jahresbericht 2006 vorgestellt und dazu folgenden Presse-Text mitegeteilt:

„Der Faire Handel ist so erfolgreich wie noch nie, dies berichtet die Siegelorganisation TransFair bei der Vorstellung des Jahresberichtes 2006. 18.000 Tonnen Rohwaren wurden unter fairen Bedingungen bei den Produzentengruppen in Lateinamerika, Asien und Afrika eingekauft, das ist doppelt so viel wie im Vorjahr. Der Umsatz mit Fairtrade-gesiegelten Produkten in Deutschland kletterte um 50 Prozent auf 110 Millionen Euro. Der Bioanteil stieg um 10 Prozent auf 70 Prozent. „Von diesem Erfolg profitieren insbesondere die zertifizierten Produzentenorganisationen, die allein über den deutschen Markt 20Millionen Euro Direktein-nahmen erhalten haben“, sagte Norbert Dreßen (Misereor), Vorstandsvorsitzender von TransFair.

Wachsende Käuferzahl
Dank der Anstrengung vieler Menschen boomt der Markt mit dem ethischen Konsum. Neue attraktive Produkte, besseres Marketing und zunehmendes Engagement der Verbraucher und des Handels haben zu diesem Erfolg geführt. „Immer mehr Konsumenten sind von den Vorteilen der Fairtrade-gesiegelten Produkte überzeugt“, analysiert Dieter Overath, TransFair-Geschäftsführer, die Entwicklung. Mit dem Bewusstseinswandel der deutschen Konsumenten erreichte das Fairtrade-Siegel immer höhere Bekanntheit. 43 Prozent kennen das Siegel. 16 Millionen Menschen kaufen Fairtrade-Produkte ein.

Wachsende Handelskooperationen
Über alle Vertriebsschienen hinweg, vom klassischen Lebensmittel-einzelhandel über den Außer-Haus Markt, die Naturkostläden und die Weltläden, wuchs der Absatz in 2006. Der Lebensmitteleinzelhandel baut sein Fairtrade-Sortiment kontinuierlich weiter aus. Kaiser’s Tengelmann besitzt mit 60 fair gehandelten Produkten neben tegut, Karstadt und Edeka Südwest die größte Auswahl im klassischen Handel. Die engagierten Handelspartner veranstalten jährliche Aktionswochen zum Fairen Handel, mit einem umfangreichen Informations- und Probierangebot für ihre Kundinnen und Kunden. Und seit Sommer bietet der Discounter Lidl unter der Eigenmarke „Fairglobe“ acht Fairtrade-Produkte in seinen 2.700 Filialen an. Ein Drittel der Absatzsteigerungen sind durch die Neulistung bei Lidl erzielt worden.

Unabhängige Kontrolle
Seit Jahresbeginn hat TransFair seine Kontrollfunktionen an die Zertifizierungsgesellschaft FLO-CERT GmbH übergeben. Das unabhängige, transparente und weltweit konsistente Kontrollsystem folgt den Anforderungen der DIN ISO Norm 65. „Das Zertifizierungssystem stellt sicher, dass alle gesiegelten Produkte tatsächlich fair gehandelt wurden und die Mehreinnahmen den Produzentenorganisationen in den südlichen Ländern zufließen“, erklärt Rüdiger Meyer, Geschäftsführer von FLO-CERT GmbH.

RUGMARK – gemeinsam gegen illegale Kinderarbeit
Im Jahre 2006 wurden RUGMARK-Teppiche im Wert von 8,5 Millionen Euro importiert. Dies sind 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Die bürgerkriegsähnlichen Zustände in Nepal und die Krise des stationären Teppichhandels in Deutschland haben zu dem Rückgang der hochwertigen nepalesischen Teppichen geführt. Die RUGMARK -Teppiche aus Indien werden im Versandhandel weiterhin stark nachgefragt.

Absatzsteigerung über alle Produktgruppen
Der Kaffeeabsatz kletterte 2006 um 20 Prozent auf 3.900 Tonnen. Der Bananenabsatz wurde mit 9.800 Tonnen verdreifacht. Der Fruchtsaftabsatz verdoppelte sich auf zwei Millionen Liter. Es wurden 9,5 Millionen Rosen verkauft, ein Plus von 228 Prozent. Der Absatz von Tee stieg um 6,5 Prozent auf 165 Tonnen. 250.000 Liter Wein bedeuten ein Absatzplus von 67 Prozent. Die Süßwaren wie Schokoladen, Brotaufstrich, Kakaopulver und Riegel haben um 30 Prozent auf 970 Tonnen zugelegt. Honig erreichte mit 440 Tonnen ein Plus von 20 Prozent. Im WM-Jahr kickten 84.000 Fans mit fair gehandelten Sportbällen, ein Plus von 265 Prozent. Der Reis erreichte im Einführungsjahr einen Absatz von 170 Tonnen.

Neue Entwicklungen
Mit Vanille Eis, Quinoa Gebäck und feinem Dattelkonfekt erweitert sich das Fairtrade-Sortiment kontinuierlich. Ben&Jerry’s bietet aus Fairtrade-Zutaten die Eissorten Vanilla und Vanilla Toffee Crunch in 3.500 Verkaufsstellen an. Die Fairtrade-Rosen sind jetzt neu in 500 Rewe-Märkten sowie im Blumenfachgeschäft und in Gartencentern bei Blumen Risse erhältlich.

Highlights 2007
Von der „Arbeitsgemeinschaft Kleinbauernkaffee“ hin zum internationalen Fairtrade-Siegel hat der TransFair e.V. eine lebhafte Entwicklung vollzogen. Am 15. Juni 2007 feiert TransFair das Jubiläum „15 Jahre TransFair. – Ein gutes Gefühl.“

Ab Herbst 2007 werden neue ‚anziehende’ Produkte aus den Bereichen Bekleidung, Heimtextilien und Kosmetikartikel aus Fairtrade-Baumwolle auf dem deutschen Markt erhältlich sein. Die Rohware stammt aus kleinbäuerlichen Strukturen in Afrika und Indien.

„Afrikanissimo – entdecke die Vielfalt!“, unter diesem Motto steht die Faire Woche vom 17. bis 30. September 2007. Die Aktionsschwerpunkte der sechsten bundesweiten Aktionswoche rund um den Fairen Handel liegen in diesem Jahr auf Produkten, Produzenten und Projekten in und aus Afrika.

Hintergrund:
Als unabhängige Siegel-Initiative handelt TransFair e. V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt sein Siegel für fair gehandelte Produkte. TransFair wird von 37 Mitgliedsorganisationen unterstützt. Derzeit bieten in Deutschland 110 Lizenznehmer rund 750 Fairtrade-gesiegelte Produkte wie Kaffee, Tee, Schokolade, Kekse, Kakao, Honig, Bananen, Fruchtsäfte, Eistees, Wein, Sportbälle, Reis und Rosen an. TransFair Deutschland ist Mitglied bei „Fairtrade Labelling Organizations International“ (FLO) mit Sitz in Bonn, in der die weltweit 22 Siegelinitiativen zusammengeschlossen sind.

RUGMARK, die Initiative gegen illegale Kinderarbeit in der Teppichindustrie, wird seit 1999 von TransFair e. V. betreut.

Den TransFair/Rugmark Jahresbericht können Sie sich ab dem 30. März auf unserer Website downloaden.
Link: http://www.transfair.org/news-service/materialien/zum-download.html“