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Moralbarometer: Sozial ist, was Arbeit schafft

Um in Deutschland den Ruf eines sozialen Unternehmens zu erlangen, muss man nicht Sport und Kultur sponsern oder aufwendige soziale Projekte betreiben. Wichtiger als jede andere Aktivität sind laut einer repräsentativen Umfrage „Moralbarometer“ des Marktforschungsunternehmens Puls (Schwaig bei Nürnberg) die Erhaltung und der Ausbau von Arbeitsplätzen in Deutschland. 24,1 Prozent der Befragten nannten spontan die Sicherung von Arbeitsplätzen als Kennzeichen für die soziale Verantwortung von Unternehmen. Weit abgeschlagen folgt darauf mit 9,5 Prozent die Menschlichkeit im Umgang mit den Mitarbeitern.

Daher gilt der Bekleidungshersteller Trigema bei den Befragten auch als das Unternehmen, das sich am stärksten mit vorbildlichem sozialverantwortlichen Verhalten hervortut, stellt es sich doch in der Werbung als ein Unternehmen dar, das vollständig in Deutschland produziert und die Arbeitsplätze erhält. Als weitere Unternehmen wurden unter anderem VW, BMW, Ikea und Deichmann genannt. Allerdings konnten insgesamt 73 Prozent überhaupt kein vorbildliches Unternehmen nennen.

Einen Aufpreis für soziales Verhalten würde eine große Mehrheit der Befragten zahlen. Im Durchschnitt akzeptieren sie einen Aufpreis von nahezu 10 Prozent. Ob diese Einstellung nur während der Befragung gilt oder ob sie sich tatsächlich im Kaufverhalten ausdrückt, bleibt dabei offen. Als weitere Kennzeichen sozialen Verhaltens folgen Kinderbetreuung (8,0 Prozent) und gerechte, höhere Löhne (6,4 Prozent). Kaum Relevanz besitzt die Kundenorientierung der Unternehmen. Kundenfreundlichkeit oder einfach nur niedrige Preise werden mit sozialem Verhalten nur wenig in Verbindung gebracht. (beko|30.04.2007)