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CSR in der Rohstoffindustrie: Kanada will Weltführer werden

Ein von der kanadischen Regierung eingesetzter Runder Tisch zum Thema Corporate Social Responsibility (CSR) in der Rohstoffindustrie hat Empfehlungen vorgelegt, die den Sektor auf eine nachhaltige Wirtschaftsweise in Entwicklungsländern verpflichten. Industrieverbände und Nicht-Regierungs-Organisationen loben die Empfehlungen.

Anlass für die Einsetzung der Advisory Group war ein im Jahr 2005 publizierter Parlamentsbericht. Darin wurde die kanadische Regierung aufgefordert, durch eine Neubewertung bestehender CSR-Programme dafür Sorge zu tragen, dass die Rohstoffindustrie im Einklang mit internationalen Menschenrechts- und Umweltschutzstandards wirtschaftet. Die Branche, deren direkte Auslandsinvestitionen mehr als 100 Milliarden Dollar betragen, war zuvor wiederholt in die Kritik geraten.

In einem zehnmonatigen Beratungsprozess wurden nun unter breiter Beteiligung aller relevanten gesellschaftlichen Gruppen Empfehlungen an die Regierung erarbeitet, die unter anderem umfassende Berichtspflichten und -Standards für die Öl-, Gas- und Bergbauindustrie vorsehen. Zur raschen Umsetzung sollen sich diese zunächst an internationalen Standards orientieren, in den nächsten drei bis Jahren jedoch den kanadischen Besonderheiten angepasst werden.

Das Gremium spricht sich für die Einrichtung eines unabhängigen Ombudsmann-Büros aus. Das soll mögliche Beschwerden über die Arbeit der kanadischen Unternehmen in Entwicklungsländern bearbeiten und die Übereinstimmung mit den CSR-Standards überwachen. Im Falle ernster Verletzungen soll die Regierung ihre Unterstützung für betroffene Unternehmen zurückziehen. Zugleich wird die Regierung aufgefordert, eine zentrale Stelle einzurichten, um Unternehmen darin zu unterstützen, den künftigen CSR- Regeln Folge leisten zu können.

Außerdem sollen in Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern Strategien erarbeitet werden, mit denen diese stärker als bisher von ihrem Rohstoffreichtum profitieren können. Die Empfehlungen raten zu einer Stärkung der internationalen Vernetzung, zu einer stärkeren Einflussnahme im Rahmen der Darlehenspolitik der Weltbank und anderer Entwicklungsbanken sowie zur Förderung guter Regierungsführung.

Das Canadian Network on Corporate Accountability (CNCA) – eine Gruppe von 17 Menschenrechts- und Umweltschutzorganisationen, Kirchen und Gewerkschaften, die an dem Konsultationsprozess mitwirkte – lobte die Empfehlungen als „bahnbrechend“. Wenn die Regierung die Empfehlungen umsetze, werde Kanada der „Weltführer“ in Sachen CSR. Gleichlautend äußerten sich der ebenfalls an den Beratungen beteiligte Dachverband der kanadischen Bergbauindustrie sowie die Interessenvertretung der kanadischen Rohstoffindustrie. Der gesamte Sektor sehe sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, auf die die Empfehlungen die richtigen Antworten fänden, so die Verbände.

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