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Mach’s doch besser – Alternativer G-8-Gipfel tagt in Rostock

Dagegen sein ist immer einfacher als selber Vorschläge zu machen. Während die Vertreter der G-8-Staaten in Heiligendamm tagen, demonstrieren Tausende von Gegnern rund um das hermetisch abgeriegelte Gelände, dass sie dagegen sind. Niemand weiß genau, was in den Gipfel-Gesprächen innerhalb des Zauns in Heiligendamm wirklich beredet wird. Was nach außen dringen wird sind Vorschläge und Gegenvorschläge darüber, was zu tun ist angesichts der aktuellen Weltlage, der gegenwärtigen Probleme und zukünftigen Herausforderungen. Der Protest außerhalb des Zauns könnte zum reinen Selbstzweck verkommen: Wer ist stärker und wer ist schlauer, 16.000 Polizisten oder ungezählte und kaum zählbare Demonstranten. Natürlich beobachten die Medien den Protest außerordentlich aufmerksam, insbesondere nach der Eskalation der Gewalt in Rostock am vergangenen Samstag.

Unterdessen findet in Rostock ein sogenannter Alternativ-Gipfel statt: Nach Angaben des Veranstalters sollen in zehn großen Podiumsveranstaltungen und mehr als 100 Workshops Alternativen zu den Inhalten der offiziellen G8 Agenda diskutiert werden. Dabei gehe es um Themen wie „Globale Gerechtigkeit“, „Umwelt, Klima & Energie“, „Strategien und Alternativen“, „Krieg und Militarisierung“, „Migration und Rassismus“, „Arbeit und Soziales“, „Bildung“ und vieles mehr. (Einzelheiten finden sie unter http://www.g8-alternative-summit.org/de/)

Der Gegengipfel wird veranstaltet von einem breiten Spektrum von Organisationen wie z.B. Greenpeace, Attac, BUND, Katholische Jugend, Evangelischer Entwicklungsdienst, Heinrich Böll Stiftung, IG-Metall, Interventionistische Linke, IPPNW, Misereor, OXFAM, Pro Asyl und Rosa Luxemburg Stiftung. Eingeladen sind u.a. die Trägerin des alternativen Nobelpreises Vandana Shiva, der Schriftsteller Henning Mankell, die AIDS-Aktivistin Beatrice Were und der US-Filmemacher Michael Moore. „Doch nicht nur die bekannten Größen der globalisierungskritischen Bewegung sollen zu Wort kommen, sondern jeder und jede hat die Chance, kritische Analysen oder Konzepte für eine andere, gerechtere Welt zur Diskussion zu stellen“, versprechen die Veranstalter.

Beim Eröffnungsvortrag von Jean Ziegler seien rund 1300 Zuhörer gewesen, hieß es vom Veranstalter. Die eigene Erwartung an die Teilnehmerzahl sei damit klar übertroffen worden. Auf den Workshops im Verlauf des Mittwochs hätten ebenfalls rund 1300 Menschen teilgenommen. Der Alternativgipfel endet am Donnerstag mit einer Abschlussrede von Vandana Shiva. Eine abschließende Erklärung des Alternativgipfels mit Ergebnissen ist nach Angaben des Veranstalters nicht vorgesehen.

Robin Keppel, Oldenburg