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Transparency Deutschland: 57 deutsche Unternehmen zahlten 11,9 Millionen US-Dollar an den Irak

Berlin > Transparency International Deutschland e.V. hat in dieser Woche gegen 57 deutsche Unternehmen Beschwerde beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) eingelegt. Die NGO beruft sich auf eine Expertenuntersuchung der UNO, wonach die Unternehmen im Rahmen des Programms „Öl für Lebensmittel“ (Oil for Food) der Vereinten Nationen insgesamt 11,9 Millionen US-Dollar Schmiergelder an den Irak gezahlt und damit gegen die OECD-Leitsätze für Multinationale Unternehmen verstoßen haben. Diese von Deutschland und 38 weiteren Staaten unterzeichneten Leitsätze legen Verhaltensstandards in Bezug auf Umwelt, Soziales und Korruptionsbekämpfung fest. 

Transparency verlangt vom BMWi, seiner in internationalen Vereinbarungen festgelegten Verantwortung für die Einhaltung der OECD-Leitsätze gerecht zu werden und der Beschwerde nachzugehen. Weltweit wird damit erstmals eine Regierung dazu aufgefordert, die Korruptionsfälle im Rahmen des UN-Programms „Öl für Lebensmittel“ als Verstoß gegen die OECD-Leitsätze zu untersuchen. „Die Korrumpierung des Oil for Food- Programms ist einer der umfangreichsten Korruptionsskandale der Gegenwart, da 2.253 Firmen weltweit in den Skandal verwickelt sind. Es muss sichergestellt werden, dass insbesondere die in den Skandal involvierten Unternehmen nicht einfach weitermachen wie bisher“, betont der Vorsitzende von Transparency Deutschland, Hansjörg Elshorst. Mit der Beschwerde will Transparency erreichen, dass Unternehmen mit geeigneten Maßnahmen ähnliche Vorgänge in Zukunft verhindern. 

Weitere Infos im Internet: http://www.transparency.de/