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Familienfreundlichkeit schafft Wettbewerbsvorteile

Will ein Unternehmen zukünftig qualifizierte Mitarbeiter gewinnen, könnte die Familienfreundlichkeit zu einem entscheidenden Faktor werden. Zunehmend setzt sich in der deutschen Wirtschaft die Erkenntnis durch, dass familienbewusste Personalpolitik einem Unternehmen Wettbewerbsvorteile verschafft. Diese Bilanz zog letzte Woche die Beruf und Familie gGmbH, eine Tochtergesellschaft der Hertie-Stiftung, auf ihrer Jahrespressekonferenz. Entscheidendes Motiv für das praktische Engagement der Arbeitgeber sei insbesondere der demographische Wandel mit seinen Konsequenzen für den Arbeitsmarkt.

So verzeichnet die gemeinnützige Gesellschaft mit Sitz in Frankfurt ein stetig wachsendes Interesse bei deutschen Arbeitgebern, sich dem Thema Beruf und Familie systematisch zu widmen. Insgesamt 520 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen sind bereits mit einem Zertifikat von der Beruf und Familie GmbH ausgezeichnet worden, darunter 40 Prozent der DAX-notierten Aktiengesellschaften. Über die Hälfte der Zertifikatsträger sind aber kleine und mittlere Unternehmen mit unter 500 Beschäftigten. 191 Zertifikate werden allein bei der diesjährigen Zertifikatsvergabe am 19. Juni durch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen verliehen.

Auf der Pressekonferenz stellte die Gesellschaft zudem die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit vor: Familienbewusste Personalpolitik führe in allen Branchen, Betriebsgrößen und Regionen zu betriebswirtschaftlichen Vorteilen. Die Zahlen des von der Beruf und Familie GmbH gegründeten Forschungsinstituts Familienbewusste Personalpolitik (FFP) an der Universität Münster sprächen eine eindeutige Sprache: Bei den untersuchten Unternehmen seien die Fehlzeiten innerhalb eines Jahres gesunken (um 34 Prozent), das Image sei angestiegen (um 13 Prozent) und die Rekrutierung von Fach- und Führungskräften habe sich vereinfacht (um 10 Prozent). (beko|18.06.2007)