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Kinderarbeit für einen guten Zweck – der Soziale Tag des Vereins Schüler helfen Leben e.V.

Die Idee ist einfach und heute ist es wieder soweit: Für einen Tag lang tauschen Schüler die Schulbank gegen einen Arbeitsplatz und spenden ihren verdienten Lohn für Jugendprojekte in Südosteuropa. Das ganze heißt „Sozialer Tag“, und wird in diesem Jahr zum sechsten Mal von dem Verein Schüler Helfen Leben e.V. aus Neumünster veranstaltet. Die Umsetzung der Idee ist auch denkbar einfach: „Alle Schüler suchen sich einen Job und die Erwachsenen stellen ihre fleißigen Helfer ein.“ So erklärt es der Veranstalter. Man braucht also nur arbeitswillige Schüler und zahlungswillige Eltern oder Unternehmer, fertig ist die gute Tat. Immerhin: Im Jahr 2006 fand der Soziale Tag erstmals bundesweit statt und rund 300.000 Schüler erarbeiteten ca. 3,1 Millionen Euro. Erstaunlich: Zwei Jahre zuvor , im Juni 2004, wurden von 220.000 Schülern rund drei Millionen Euro und 2002 erwirtschafteten 210.000 Schülerinnen und Schüler einen Betrag von ca. vier Millionen Euro. Tendenz: Immer mehr Schüler bekommen immer weniger Geld zusammen. Warum führt mehr Engagement von jungen Menschen zu weniger Einnahmen für gemeinnützige und mildtätige Zwecke? Was auch immer der Grund sein mag – es ist ein enttäuschendes Signal, das junge Menschen da bekommen für ihren Einsatz.

Die Idee, dass Schülerinnen und Schüler einen Tag arbeiten gehen und das Einkommen, welches sie an diesem Tag haben, für einen guten Zweck spenden, kommt ursprünglich aus Skandinavien. Ins Leben gerufen wurde die Aktion unter dem Namen „Give a Day for Dag“ von schwedische Schülerinnen und Schüler Mitte der 1960er Jahre im Gedenken an den 1962 ums Leben gekommenen Sekretär der Vereinten Nationen General Dag Hammerskjöld, der bekannt für sein großes Engagement in der Friedensarbeit. Um seine Arbeit aufrecht zu erhalten, beschlossen schwedischen Schülerinnen und Schüler die Gründung eines Tages der Solidarität. Mittlerweile gibt es „Operation Dagsvaerk“ in vielen verschiedenen Ländern der Welt, so zum Beispiel auch in den USA und in Brasilien.

Der Soziale Tag soll nach Angaben des Veranstalters nicht nur der eine Tag sein, an dem Schüler arbeiten gehen und ihren Lohn spenden. Der Soziale Tag soll auch das Bewusstsein der Schüler für eine im Unterricht oft vergessene Region Europas schärfen. Von den Einnahmen des Sozialen Tages 2007 soll das Projekt „Miteinander leben“ gefördert werden, welches in der Grenzregion Serbien – Kosovo – Mazedonien die Versöhnungsarbeit zwischen den Jugendlichen der verschiedenen Volksgruppen vorantreiben soll. Dieses Projekt wurde von rund 150 Schülerinnen und Schülern auf dem „Projektauswahltreffen“ zum Projekt des Sozialen Tages 2007 gewählt, so der Veranstalter. Mehr über die Bildungsarbeit des Vereins in Bosnien-Herzegowina und das dortige Jugend- und Ausbildungszentrum, über den Ausbildungsbauernhof in Rumänien, über die Straßensozialarbeit in Mazedonien und die Jugendzentrum in Serbien, Albanien und im Kosovo erfahren Sie finden Sie hier: http://www.schueler-helfen-leben.de/newsite/projekte/

Der Soziale Tag soll im kommenden Jahr wieder stattfinden. Wer als Schüler oder Unternehmer, als Lehrer oder als Eltern mitmachen will, kann Einzelheiten für 2008 demnächst dann hier finden: http://www.schueler-helfen-leben.de

Robin M. Keppel, Oldenburg