Nachrichten

econsense bezieht Stellung zum Indikatorenbericht der Bundesregierung

econsense, das Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V., hat den im April von der Bundesregierung vorgelegten Indikatorenbericht zum Stand der nachhaltigen Entwicklung in Deutschland begutachtet. In einer Stellungnahme fordert das Unternehmensnetzwerk einen verpflichtenden Nachhaltigkeitscheck für die Tagespolitik.

Der sei nötig, da eine „Fülle an Zielmarken“ der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zum Scheitern verurteilt sei. Ein politische Entscheidungen begleitender Nachhaltigkeitscheck könnte nach Ansicht von econsense dieser Entwicklung entgegensteuern, indem er das Bewusstsein für Nachhaltigkeit fördere und dazu beitrage, „dass aus einer Strategie ein Programm wird“, wie es in der Stellungnahme heißt.

Bei der Erarbeitung dieses Prüfinstrumentes sollten etablierte Institutionen wie der Rat für Nachhaltige Entwicklung und der Parlamentarische Beirat des Deutschen Bundestages eine zentrale Rolle einnehmen. Diese Gremien müssten in ihrer Arbeit allerdings stärker als bisher den Sachverstand der Wirtschaft einbinden. Bislang lägen deren „mannigfaltige Erfahrung“ noch zu oft brach, meint das Unternehmensnetzwerk.

Auf die Entwicklung der Nachhaltigkeits-Indikatoren im Einzelnen geht das Papier nur beiläufig ein. Sie hätten sich „mit Blick auf die definierten Zielmarken durchweg gut entwickelt“. Das dürfe allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine quantitative Erfassung „keine qualitativen Aussagen über die Eignung der einzelnen definierten Zielgrößen“ erlaube.

econsense fordert, die einzelnen Indikatoren umfassend und kritisch zu überprüfen – und zwar „im konstruktivem Dialog mit der Wirtschaft“. Dabei müsste „das teils willkürliche Feld der Herausforderungen auf der Nachhaltigkeitsagenda“ neu gewichtet werden. Wichtigstes Kriterium für eine Überprüfung müsse die gleichberechtigte Berücksichtigung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und ökologischer Erfordernisse sein. Bislang könne davon keine Rede sein. Im Gegenteil: Der Umweltschutz dominiere seit Auflage der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie die Agenda, so econsense.

Mit der Forderung nach einer stärkeren Beachtung der Erfahrungen und Interessen der Wirtschaft geht der Ruf einher, die Bundesregierung möge den Grundsatz der Freiwilligkeit langfristig national und international verankern. Nur Freiwilligkeit – für das Unternehmensnetzwerk „oberstes Prinzip und unverzichtbares Instrument nachhaltigen Wirtschaftens“ – schaffe Raum für Eigeninitiative und Kreativität. Regulierungen hingegen drohten diese Möglichkeiten zu beschneiden und seien ohnehin unnötig. Die Kontrolle darüber, wie Unternehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen, finde bereits „über Öffentlichkeit, Kunden und Finanzmärkte statt“.

Lesen Sie mehr unter:
http://www.nachhaltigkeitsrat.de/aktuell/news/2007/11-07_06/content.html