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Nachhaltigkeit im Praxistest: Essays junger Berufseinsteiger

Das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung hat zwar politische Konjunktur, doch welchen Stellenwert hat es in der Praxis? Was bedeutet es für junge Studierende oder Berufseinsteiger? Und vor allem: Was bleibt von diesem Ideal, wenn es im Beruf mit der Realität konfrontiert wird?

Antworten auf diese Fragen gibt das Buch „Nachhaltigkeit in der Praxis. Ideale – Widerstände – Machbares“, in dem elf junge Menschen ihre Erfahrungen mit dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung schildern. Auch wenn die Autoren allesamt noch am Anfang ihres Berufslebens stehen, konnten sie schon etliche Erfahrungen mit den Zwängen und Chancen im Kampf um eine bessere, nachhaltigere Welt sammeln.

Der Mediziner Matthes Seeling etwa, der in seinem Text danach fragt, was Nachhaltigkeit im Gesundheitssystem bedeutet und dabei zu teils ernüchternden Einschätzungen kommt. Bislang werde nachhaltiges Verhalten dort „durch grundsätzliche Systemfehler und zwischenmenschliches Versagen begrenzt“. Doch genau hier liege enormes Potenzial für eine bessere Zukunft, ist sich der Arzt sicher.

Voraussetzung dafür sind Veränderungen. Dass die manchmal schwer zu erreichen sind und lange auf sich warten lassen, musste Thomas Lämmer-Gamp feststellen, der in einem Wirtschaftsministerium Förderprogramme plant. Nachhaltiges Handeln in der Praxis stelle hohe Anforderungen an einen selbst – sei aber auch im Beruf möglich, so der Politikwissenschaftler. Drei Dinge seien entscheidend: „Wenn wir die Probleme unserer Welt lösen wollen, dann müssen wir miteinander kommunizieren, lernen und unser Wissen teilen und uns in andere hineinversetzen“.

Weitere Autoren und Autorinnen beschäftigen sich in ihren Essays mit der nachhaltigeren Gestaltung von Arbeit oder fragen, wie interdisziplinäre Verständigung verbessert werden kann. Bei allen thematischen Unterschieden weisen die Texte zwei Gemeinsamkeiten auf: Sie zeigen, wie herausfordernd es ist, mit eingefahrenen Arbeitsstrukturen umzugehen und sie aufzubrechen. Und sie liefern Denkanstöße, die nicht nur für Berufsanfänger oder Studierende interessant sind.

Alle Verfasser sind Mitglieder von f.ize, dem Netzwerk „Forum Internationale Zusammenarbeit für Nachhaltige Entwicklung“, das jüngst seinen fünften Geburtstag feierte. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH und der Studienstiftung des Deutschen Volkes bietet f.ize ein Forum, um Fragen der nachhaltigen Entwicklung zwischen Studierenden und Praktikern zu diskutieren.

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http://www.nachhaltigkeitsrat.de/aktuell/news/2007/11-07_11/content.html