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CSR in Gesamtstrategie der Unternehmen integriert

Zu diesem Schluss kommt eine deutsche Befragung im Auftrag des BDI.

 

 

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ließ in seiner im Juni 2007 veröffentlichten Frühjahrsbefragung des BDI-Mittelstandspanel erstmals das gesellschaftliche Engagement des industriellen Mittelstandes in Deutschland hinterfragen.

 

Und kommt zu dem Ergebnis, dass drei von vier Industrieunternehmen ein zusätzliches freiwilliges gesellschaftliches und/oder ökologisches Engagement von Unternehmen befürworten.

CSR und das erfolgreiche Unternehmen

Einen Zusammenhang scheint es zwischen Unternehmenserfolg und CSR zu geben. Für beinahe 90 Prozent der in der Studie genannten „Erfolgsunternehmen“ gehört CSR zu den Unternehmensaufgaben, unter den weniger erfolgreichen sind es 55 Prozent. Das BDI folgert „CSR-Aktivitäten haben als ein Teil ihrer (Erfolgsunternehmen, Anm.) unternehmerischen Strategie offensichtlich zur erfolgreichen Entwicklung dieser Unternehmen beigetragen.“

CSR mit Fokus auf den MitarbeiterInnen

Besonders stark engagieren sich die deutschen Unternehmen im Rahmen ihrer CSR-Aktivitäten im Personalbereich, z.B. praktizieren 72,4 Prozent derzeit flexible Arbeitszeitregelungen. Jedoch zählt die Förderung bestimmter Personengruppen (z.B. Ältere, Migranten) nur in gut jedem vierten Betrieb zum personalspezifischen CSR-Konzept.

Umwelt, Beschaffungs- und Absatzpolitik

Zwei Drittel der Industrieunterenhmen inkludieren in ihr CSR-Konzept und -Handeln die Umwelt, bzw. ökologische Themen. Und auch die Lieferkette wird immer mehr zum CSR-Thema. „Über 48 Prozent der befragten Firmen richten ihre Beschaffungspolitik und ca. 27 Prozent ihre Absatzpolitik an einer Gesamtkonzeption aus, in der die Qualität, aber auch ethische Werte im Mittelpunkt stehen „, so die BDI-Studie.

UnternehmerInnen glauben an den CSR-Erfolg

Für 13 Prozent der Unternehmen ist der gesellschaftlich gestiftete Nutzen „sehr wichtig“. 6 Prozent halten einen zusätzlichen ökonomischen Ntuzen von CSR-Aktivitäten für „sehr wichtig“. Etwas weniger als die Hälfte (43 Prozent) der Unternehmen gab an, dass ihnen zusätzliche wirtschaftliche Vorteile durch ihr CSR-Engagement sehr wichtig oder wichtig sind.
Das BDI schreibt: „Aus Sicht einer Mehrheit der Industrieunternehmen in Deutschland stiftet ihnen das CSR-Engagement einen sowohl nach innen als auch nach außen gerichteten wirtschaftlichen Nutzen. Eindeutige Belege über einen Zusammenhang zwischen CSR-Aktionen und Unternehmenserfolg existieren zwar nicht, doch die Befragungsergebnisse stützen die Vermutung eines solchen.“
Peter Englisch, Leiter des Mittelstandsnetzwerkes bei Ernst and Young: „Die Mehrheit der kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) hat CSR in ihr unternehmerisches Handeln integriert. Die Unternehmen haben erkannt, dass CSR große Bedeutung für das firmeninterne Risiko- und Reputationsmanagement hat, beispielsweise bei der Entwicklung von Produkt- und Marktstrategien oder im Beschaffungs- und Absatzwesen. Damit CSR jedoch noch glaubwürdiger ist, muss die CSR-Strategie in der Gesamtstrategie und den Unternehmensprozessen fest verankert sein“, so Englisch.
Über den BDI

Der BDI ist die Spitzenorganisation im Bereich der Industrieunternehmen und industrienahen Dienstleister. Als Interessenvertretung der Industrie trägt der BDI bei seinen Mitgliedern zur Meinungsbildung und Entscheidungsfindung bei.

Eine Executive Summary sowie der vollständige Berichtsband können unter www.bdi-panel.emnid.de abgerufen werden. An der Online-Befragung in der Zeit von März bis Mitte Mai 2007 haben sich fast 1.100 deutsche Unternehmen beteiligt.

Weiterführende Links:
BDI Mittelstandspanel Juni 2007