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USA: Religiöse Anlageformen auf dem Vormarsch

Washington – Religiöse Anlageformen erleben in den USA einen ungebremsten Aufwärtstrend. Wie die Washington Post mit Bezug von Daten der Fondgesellschaft Morningstar berichtet, wuchs der amerikanische Markt für religiöse Investment-Produkte innerhalb der letzten zehn Jahre um 3.500 Prozent. Der Wert dieser Anlageformen betrage inzwischen mehr als 17 Milliarden Dollar.

Laut Marktbeobachtern reagiere damit der Markt auf den Wunsch vieler gläubiger Menschen. Wertkonservative Anleger würden sich zusammenschließen, um ihrem Geld an der Wall Street eine Stimme zu verleihen. Aber obwohl sie vermehrt die Investitionsentscheidungen mit ihren Anschauungen verbinden würden, gingen sie der Zeitung zufolge nicht im Gleichschritt vor. Im Gegenteil, sie nutzten eine Vielzahl religiöser Finanzprodukte mit unterschiedlichen Vorstellungen von Unternehmensverantwortung.

So schließe der „Timothy Plan“, ein Fond mit evangelikalen Wurzeln, die Wertpapiere von Unternehmen aus, die aktiv zum moralischen Verfall der Gesellschaft beitrügen. Gemeint seien hier Firmen, die in Verbindung mit Pornografie, Abtreibung, Glücksspiel, Tabakwaren, Alkohol und nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften gebracht würden. Andere Anlageformen würden dagegen noch weiter gehen und auch Fragen des Umweltschutzes oder der Menschenrechte berücksichtigen. Der katholisch ausgerichtete „Ave Maria Mutual Funds“ habe dagegen nur drei vorrangige Kriterien: Keine Unterstützung der Abtreibung, keine Pornografie und keine Begünstigung unverheirateter Paare. Vor weniger als einem Jahr sei noch der „Centurion Funds“ eingeführt worden, der nicht bloß „Sünden-Aktien“ ausschließe, sondern auch auf die guten Eigenschaften von Unternehmen blicken wolle, berichtet die Washington Post. (beko|17.08.2007)