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Studie: Protestantismus sorgt für hohe Beschäftigungsquote

Hamburg – Der These, dass der christliche Glaube und insbesondere der Protestantismus die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes erheblich beflügeln kann, hat einen weiteren Beleg erhalten. Eine aktuelle Studie des amerikanischen Ökonomen Horst Feldmann von der britischen University of Bath einen erstaunlichen Befund: In protestantisch geprägten Ländern gehen mehr Menschen einer Beschäftigung nach als in anderen Ländern. Wie Spiegel Online am 7. Oktober über die Studie berichtet, liegt die Erwerbstätigenquote, also der Anteil Arbeitender an der Bevölkerung, in protestantischen Ländern im Mittel um sechs Prozent über der von Staaten, die durch andere Konfessionen oder Religionen geprägt sind, seien es nun Katholizismus, Islam, Shinto (Japan) oder Hinduismus. Bei Frauen ist die Quote sogar um elf Prozent größer.

„Der Einfluss des Protestantismus ist ein indirekter“, sagte Feldmann im Gespräch mit Spiegel Online. Es müsse nicht unbedingt viele Protestanten in einem Land mit hoher Beschäftigungsquote geben, es komme auch auf die religiöse Vergangenheit an. „Religion hat die Kultur eines Landes geprägt.“ Auch wenn die Leute heute nur noch wenig mit der Kirche zu tun hätten, so lebe die Religion trotzdem fort. Und so erklärt der Forscher laut Spiegel Online auch die vergleichsweise hohen Erwerbstätigenquoten in den angelsächsischen Ländern wie Großbritannien und den USA sowie in den skandinavischen Ländern. Für Feldmann sind dies sämtlich protestantisch geprägte Länder, in denen das Arbeitsethos vorherrsche, diszipliniert und viel zu arbeiten.

Spiegel Online zufolge hat Feldmann Arbeitsmarktstatistiken von insgesamt 80 Staaten ausgewertet, darunter neben den westlichen Industriestaaten auch China, das vom hinduistischen Glauben dominierte Indien, katholische Länder Europas und Lateinamerikas sowie islamisch geprägte Staaten wie Marokko und die Türkei. (beko|09.10.2007)