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Marktplatz-Methode: Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Staat teilen Verantwortung

Kassel > Am 7. November wird in Frankfurt am Main bereits zum zweiten Mal ein ‚Marktplatz‘ stattfinden. Auch in Kassel für März 2008 und in mehreren anderen deutschen Städten laufen die Vorbereitungen. Mit dem ‚Marktplatz‘ als einer neuen Methode aus dem Baukasten der Corporate Social Responsibility beschäftigt sich die Diplomarbeit des Sozialpädagogen Benedikt Nasemann. Er schreibt an CSR NEWS:

„Wie können Unternehmen und Gemeinnützige nachhaltige Kooperationen und Partnerschaften eingehen, um sich gemeinschaftlich für die Gesellschaft stark zu machen? Bisherige Formen verantwortlichen Handelns der Unternehmen sollen in Zukunft durch die ‚Marktplatz-Methode‘ ergänzt werden: eine ca. zweistündige Veranstaltung, bei der gesellschaftliche/gemeinnützige Probleme (wie z.B. Jugendarbeitslosigkeit oder Integrations- und Suchtprobleme) durch Kooperationen zwischen wirtschaftlichen Unternehmen und/oder anderen Institutionen (Stadt, Kommune, DGB etc.) und zwischen gemeinnützigen Organisationen Unterstützung und Lösungen erfahren. Sie kommen in einem Saal o.ä. zusammen, um gegenseitig über Engagementangebot und Engagementnachfrage zu verhandeln. Die wirtschaftlichen Unternehmen haben ein Angebot. Die gemeinnützigen Organisationen haben eine Nachfrage. Und somit bestimmen Angebot und Nachfrage das Geschehen. Dies geschieht alles in einer dynamischen Atmosphäre und ähnelt dem Treiben auf einem Börsenparkett. Die folgenden Beispiele verdeutlichen die ‚Marktplatz-Methode‘:

Ein Familienberatungszentrum benötigt Hilfe bei der Erstellung einer Homepage. Ein EDV Unternehmen stellt für diesen Zweck einen der Mitarbeiter für einige Stunden zur Verfügung. Im Gegenzug bekommt das Unternehmen Beratungen z.B. über Erziehungsprobleme von einem Mitarbeiter der gemeinnützigen Organisation.

Ein Sportverein benötigt Hilfe bei der Erstellung eines Finanzplans. Der junge Bankier hilft dabei und erhält somit Praxiserfahrung.

Ziel eines ‚Marktplatzes‘ ist es, Unternehmen, kommunale Institutionen, Service – Clubs, Schulen, Wohlfahrts-, Kultur-, Umwelt- und andere gemeinnützige Organisationen in informeller Weise in einer dynamischen Atmosphäre so zusammen zu bringen, dass am Ende zahlreiche, vielfältige und nachhaltige Engagementvereinbarungen getroffen werden. Es sollen verantwortungsbewusste Partnerschaften entstehen, bei denen beide Partner füreinander verantwortlich sind.Dabei geht es den Unternehmen nicht um die Kommerzialisierung solcher Kooperationen mit gemeinnützigen Organisationen. Es geht um Kooperationen, die für beide Seiten – sowohl für wirtschaftliche Unternehmen als auch für gemeinnützige Organisationen – gewinnbringend sind (sog. win-win Situationen). Das Zusammenarbeiten zwischen den Bereichen Soziales und Wirtschaft bewirkt ein ‚Aufbrechen‘ bisher oft verhärteter Fronten.

Ein ‚Marktplatz‘ bietet eine Plattform, um in kurzer Zeit relativ viele Kooperationspartner zu finden und um verstärkt Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben; die ‚Marktplatz-Methode‘ ist ein niedrigschwelliges Anbahnprodukt für soziales Engagement; der ‚Marktplatz‘ hat eine gute Kosten-Nutzen Relation; der ‚Marktplatz‘ ist eine Beteiligung an der ‚guten Sache‘ und vieles mehr.

Der ‚Marktplatz‘ ist damit eine Methode, die wesentlich dazu beiträgt, mittels sozialer Kooperationen die Verantwortlichkeit für die Gesellschaft unter den Akteuren Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aufzuteilen und dadurch effiziente und nachhaltige Lösungen für Probleme innerhalb einer Gesellschaft zu finden. Es geht um Problemlösung, nicht um Problemkompensation. Die ‚Marktplatz-Methode‘ stellt somit eine wirksame Ergänzung und Alternative zu den bisher praktizierten CSR-Methoden dar.“

Weitere Informationen im Internet:
www.kasseler-gute-geschaefte.de
www.marktplatz-ffm.de
www.gute-geschaefte.org

Die Diplomarbeit „Der ‚Marktplatz‘ als neue Methode der Corporate Social Responsibility“ ist als PDF erhältlich bei Dipl.-Soz.päd. Benedikt Nasemann:
Benedikt.Nasemann@gmx.de

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