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CSR, Reporting und der Markenwert – Ernst & Young Workshop erlebt positive Resonanz

Düsseldorf > Mit dem Thema „Aspekte eines erfolgreichen Nachhaltigkeitsmanagements“ hatte die Ernst & Young AG CSR-Experten gestern zu einem Arbeitskreis nach Düsseldorf eingeladen. Dessen Beiträge zeichneten sich besonders durch ihre Aktualität und vielseitige Perspektiven aus:

Die Märkte der Zukunft sieht Ralph Thurm von der Gobal Reporting Initiative (GRI) in den Entwicklungs- und Schwellenländern und sieht darin eine Herausforderung für die gesellschaftliche Verantwortungsübernahme durch Unternehmen. Die GRI startete 1999 mit einem ersten Entwurf ihrer Richtlinien und integriert heute rund 30.000 Mitglieder in ihrem Netzwerk. Um die Frage zu beantworten, wer eigentlich CSR-Berichte liest, hat die Initiative einen „GRI Readers‘ Choice Award“ ausgeschrieben. Mit 5.000 Rückmeldungen zwei Wochen nach dem Start der Ausschreibung ist Thurm sehr zufrieden. Dass Kunden am Leserkreis von CSR-Berichten nur einen kleinen Teil ausmachen, betrachtet er als eine Herausforderung.

Bei der Deutschen Bank bildet CSR eine eigene Abteilung und ist mit der Brand Communication eng vernetzt, berichtet Tanja Christ, dort zuständig für Cultural Management und die CSR-Berichte. CSR kann einen langfristigen Beitrag zur Steigerung des Markenwertes leisten, ist Christ überzeugt. Die Deutsche Bank will den Bereich ihrer Corporate Volunteering Programme in Zukunft ausbauen; Bankmitarbeiter sollen sich mit ihrem Fachwissen für gesellschaftliche Aufgaben einbringen und dabei von ihrem Arbeitgeber gefördert werden. 85,2 Millionen Euro investierte die Deutsche Bank im vergangenen Jahr in ihr gesellschaftliches und kulturelles Engagement und setzte sich damit dem Vorwurf aus, zu viel in Sachen Sponsoring zu unternehmen. Steigern will Tanja Christ die Transparenz der CSR-Berichte ihres Hauses, das Engagement besser belegen und messbar werden lassen.

Stefan Wächter von der Dresdner Bank sieht CSR noch enger am Kerngeschäft und berichtet besonders über dessen Bedeutung bei der Projektförderung. Wächter ist im Risikomanagement seiner Bank tätig und untersucht Bankgeschäfte auf mögliche Reputationsrisiken. So seien etwa bei der Finanzierung eines Staudammprojektes Umsiedlungen, Wasserversorgung oder Biodiversität CSR-Themen, auf die ein an der Finanzierung beteiligtes Geldinstitut Antworten geben müsse. „Aus nahezu jedem CSR-Thema können Risiken entstehen“, so Wächter, der es als eine wichtige Aufgabe betrachtet, solche CSR-Themen in die Unternehmenssprache zu übersetzen.

Von ihren Erfahrungen aus einem Indien-Projekt berichtete Pola Malandain. Die Ernst & Young-Beraterin sieht Einkäufer in einem Interessenkonflikt: Immer kürzere Lieferzeiten könnten manchmal nur ohne Rücksicht auf die Arbeitszeiten bei Zulieferern durchgesetzt werden. Corporate Social Responsibility sieht Malandain in Indien besonders als Herausforderung an die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU): Der KMU-Sektor sei nach der Landwirtschaft der größte Arbeitgeber auf dem Subkontinent und produziere ein Drittel aller indischen Exporte, CSR sei bisher jedoch auf Großunternehmen beschränkt.

Die Daimler AG will in Zukunft ihr regionales Engagement an den Produktionsstandorten ausbauen, berichtete Dr. Norbert Otten, Director Public Issues. Otten sieht darin große Chancen für die Identifikation der Gesellschaft mit dem Unternehmen und für die Mitarbeitermotivation. Durch sein internationales Engagement könne Daimler einen Vertrauensbonus und eine bessere Position für Verhandlungen mit multilateralen Institutionen aufbauen. Weitergehende gesetzliche Rahmenbedingungen für die CSR hält Otten nicht für hilfreich.

Mit über 100 Teilnehmern und einer lebendigen Gesprächsatmosphäre können die Veranstalter zufrieden sein. Ernst & Young plant einen nächsten CSR-Arbeitskreis für den 6. Dezember in Berlin.

Bild: Tanja Christ (Deutsche Bank) und Ralph Thurm (GRI) nach den Einstiegsreferaten (CSR NEWS)

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