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Gemeinsame Herausforderungen und offene Begegnung – Der Runde Tisch Verhaltenskodizes

Essen > Mit über 30 Teilnehmern war das ein großer Runder Tisch Verhaltenskodizes, der gestern in der Hauptverwaltung der Arcandor AG in Essen zusammen kam. Dem Gremium unter Leitung von Frau Gudrun Grasse-Wiesmann vom Bundesentwicklungsministerium gehören Vertreter von Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, Ministerien und zwischenstaatlichen Organisationen an. Diskutiert wird kritisch und konstruktiv, man kennt sich gegenseitig und arbeitet am selben Ziel: Weltweit die Standards für ein ethisch verantwortliches Wirtschaften zu sichern. Wer an diesem Tisch zusammenfindet, der meint es ernst damit, etwa Kinderarbeit in Asien in der Zuliefererkette deutscher Unternehmen nicht tolerieren zu wollen. Den Verantwortungsträgern an diesem runden Tisch stellen sich dabei viele Herausforderungen:

Arcandor-Vorstand Prof. Dr. Helmut Merkel etwa betont in seinem Einstiegsstatement, dass in Sachen Supply Chain nicht auf alle in Deutschland ansässigen Zulieferer 100 Prozent Verlass sei. Arcandor engagiert sich deshalb in Unternehmensverbänden dafür, dem Thema Corporate Social Responsibility stärkeres Gewicht zu verleihen.

Nachhaltigkeitskontrolle im Supply Chain Management besitzt für die Otto Group große Bedeutung. Dabei geht es heute nicht mehr allein um das Monitoring der Zulieferer, sondern auch um deren Unterauftragnehmer. Und um die Übertragung von Verantwortung an Unternehmen etwa in Indien, wie Sibylle Duncker von Otto erläutert. Indische Zulieferer haben den Prozess als Chance begriffen, arbeiten engagiert mit und dokumentieren ihre Bemühungen ausführlich, berichtet Duncker. Der von Otto initiierte Prozess zielt darauf, auch bei den Unterauftragnehmern eine vollständige Transparenz zu erreichen und kontinuierliche Verbesserungsprozesse anzustoßen. Und das Unternehmen setzt auf die Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung, damit Kinder aus Bihar etwa gar nicht erst als Kinderarbeiter in die großen Städte gelangen.

CSR bleibt in Zukunft eine Herausforderung in Ländern wie Indien. Denn manche Unternehmen werden erfinderisch, um die strengen europäischen Richtlinien zu umgehen. So fordert Heinz-Dieter Koeppe von der Foreign Trade Association, den wachsenden Leiharbeitermarkt genau im Blick zu behalten. Arbeitsbedingungen und Entlohnung seien bei den Leiharbeitern deutlich schlechter zu kontrollieren. Und auch die Erfahrungen des Kinderhilfswerks terre des hommes verdeutlichen, dass indische Kinder nun zwar nicht mehr für den Export, dafür aber als Produzenten für den heimischen Markt eingesetzt werden. Neben der Kontrolle der Arbeitsbedingungen sei daher das Engagement für die Bildung wichtig.

Viel Informationen, eine offene Atmosphäre, ein wenig kritische Diskussion und die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch kennzeichnen diesen Runden Tisch. Es ist unverkennbar, dass hier miteinander an einem Ziel gearbeitet und dazu aufeinander gehört wird.

Bild: Die Teilnehmer am Runden Tisch (Rechte: Arcandor AG, Foto: Elke Deichmann, Essen)

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