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Veolia Wasser – die globale Herausforderung im Blick

Berlin > Veolia Wasser GmbH ist nicht nur ein Dienstleistungspartner von mehr als 450 Kommunen und Industrieunternehmen in ganz Deutschland zu allen Fragen rund um die Trinkwasseraufbereitung, Wasserverteilung und Abwasserklärung. Das Unternehmen engagiert sich für eine nachhaltige Wasserwirtschaft – unter anderem mit der Veolia-Stiftung. „Das Konzept der Nachhaltige Entwicklung verlangt Lösungen, die aus ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Sicht langfristig tragfähig“, sagte Christophe Hug, Vorsitzender der Geschäftsführung von Veolia Wasser, im Oktober auf einer Tagung zur „Wasserwirtschaft im Wandel“ in Berlin. Was das für Veolia Wasser selbst bedeutet, das fragte CSR NEWS Sylke Freudenthal von der Veolia Stiftung:

CSR NEWS: Glaubwürdige Nachhaltigkeit beginnt im eigenen Haus und schließt die Mitarbeiterschaft ein.

Sylke Freudenthal: Die Mitarbeiterorientierung ist bei Veolia Wasser tatsächlich sehr ausgeprägt. Veolia Wasser garantiert allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Unternehmen, die durch neue Verträge in die Gruppe aufgenommen werden, Weiterbeschäftigung und Arbeitsplatzsicherheit. Die Kündigungsschutzgarantien der Veolia Wasser gegenüber ihren Beschäftigten gehen dabei je nach Vertragsgestaltung weit über die Forderungen des § 613a BGB zum Betriebsübergang hinaus. Die Ausbildungsquote liegt seit mehreren Jahren bei weit über 8% , rund 3,2% der Lohn- und Gehaltssumme werden in die Weiterbildung investiert, es gibt ein Beteiligungsprogramm für Beschäftigte (Erwerb von Vorzugsaktien), eine sehr kollegiales Arbeitsklima und viele Aktivitäten zur Förderung des Zusammenhalts (Sportfest, Weihnachtsfeiern, Geschenke für Mitarbeiterkinder …). Menschen mit Behinderung werden in den beruflichen Alltag integriert, in den Beteiligungsunternehmen achten Schwerbehindertenvertretungen, der Betriebsrat und die Jugend- und Auszubildendenvertretung auf Gleichstellung. Die Integration junger Menschen ohne Schul- oder Ausbildungsabschluss ist ein neues Thema, das angesichts des zu erwartenden Mangels an Nachwuchskräften an Stellenwert gewinnt und dem sich Veolia Wasser in Kooperation mit anderen Unternehmen sowie mit gemeinnützigen und öffentlichen Einrichtungen stellen wird.

CN: Bei der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung besitzt das Corporate Volunteering als Schnittstelle zwischen Unternehmens- und Bürgerengagement eine besondere Bedeutung. Welche Ansätze dazu gib es in Ihrem Haus?

Freudenthal: Für Corporate Volunteering gibt es zusätzlich zum individuellen Engagement an den verschiedenen Standorten der Unternehmensgruppe das Patenschaftsmodell der Veolia Stiftung. Die Stiftung fördert gemeinnützige Initiativen mit den Schwerpunkten Umwelt, Beschäftigung und Solidarität. Zusätzlich zur finanziellen Hilfe durch eine Anschubfinanzierung für Investitionen wird jedes Förderprojekt von einem Beschäftigten der Gruppe in eine Patentschaft übernommen. Das Patenschaftsmodell verbindet die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmens mit dem ehrenamtlichen Engagement der Beschäftigten. Die Patinnen und Paten schlagen selbst Projekte vor oder lernen Projekte kennen, die einen Förderantrag bei der Stiftung gestellt haben. Sie tragen zur Projektbewertung bei, übergeben im Fall der Förderung den Scheck, behalten die Verwendung der Fördermittel im Blick und stehen den Initiatoren des Projekts mit ihren beruflichen und persönlichen Erfahrungen mit Rat und Tat zur Seite. Das Patenmodell der Stiftung ist sowohl für die Projekte selbst, als auch für die PatInnen und das Unternehmen von Nutzen. Die Projekte profitieren in vielfältiger Weise vom persönlichen Kontakt zu einem Mitarbeiter eines Unternehmens, z.B. durch hilfreiche Kontakte, zusätzliche materielle Unterstützung oder aber einfach einen anderen Blickwinkel auf den Projektalltag. Die Patinnen und Paten lernen ihre eigene Stadt mit anderen Augen zu sehen, nehmen Probleme wahr, die ihnen bislang zum Teil verborgen waren, lernen engagierte und mutige Menschen kennen, erfahren Professionalität unter oft schwierigen finanziellen Voraussetzungen. Für das Unternehmen bietet die Stiftung mit dem Patenmodell nicht nur eine Möglichkeit, die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens zu gestalten, sie fördert vor allem Identität und Zusammengehörigkeitsgefühl über die verschiedenen Sparten und Regionen hinweg.

CN: Zur Corporate Social Responsibility gehört der Dialog mit Stakeholdern, etwa mit Umweltverbänden.

Freudenthal: Wir haben den ersten Nachhaltigkeitsbericht zum Anlass genommen, Vertreter von Umweltverbänden, Gewerkschaften und Verbraucherverbänden zum Dialog einzuladen. In kleinen Gesprächsrunden wird über Stärken und Schwächen, über die Weiterentwicklung des Themas Nachhaltigkeit und über mögliche Kooperationen diskutiert. Diese Gespräche sollen künftig jedes Jahr stattfinden. Darüber hinaus gibt es verschiedene andere Gelegenheiten, mit Vertretern von Umweltorganisationen in den Dialog zu treten. Nennen möchte ich die Unterstützung des N21-Kongresses im September in Berlin als Hauptsponsor, bei dem u.a. die Rolle von Unternehmen in N-Prozessen vielfach thematisiert wurde. Zu erwähnen ist weiterhin die Organisation eines hochrangigen Fachgesprächs zum Thema Klärschlammverwertung in Kooperation mit der DUH und die Beteiligung an regionalen Umweltallianzen.

CN: Wasser wird das Zukunftsthema weltweit bleiben. Welchen Beitrag leisten Sie zur Bewusstseinsbildung und zu einer zukunftsfähigen Wasserversorgung weltweit?

Freudenthal: Veolia Wasser trägt mit vielfältigen Initiativen dazu bei, schon die Jüngsten für das Zukunftsthema Wasser zu sensibilisieren. So gibt es jedes Jahr einen weltweiten Kinder-Mal-Wettbewerb zu Wasser- und Umweltthemen, an dem sich auch in Deutschland Hunderte Kinder beteiligen.
Der Veolia Umwelt-Experte besucht an allen Standorten von Veolia kostenlos Schulklassen. Der Umweltexperte ist ein Nachfolgeprojekt des Wasserbox-Experten, der 2003 von Veolia Wasser initiiert wurde und seitdem mehr als 300 Schulen an den Standorten der Veolia Gruppe besucht hat. Wie wird verschmutztes Wasser gereinigt? Wie funktioniert ein Solarauto? Was leitet elektrischen Strom am besten? Solche und ähnliche Fragen beantwortet der Umweltexperte anhand spannender und anschaulicher Versuche. In der Umweltbox, einem transportablen Informationskoffer, stecken vielfältige Materialien für interessante und unterhaltsame Vorführungen rund um Wasser, Solarenergie und Elektrizität.

Andere Zielgruppen, insbesondere unsere kommunalen Partner, erreichen wir durch die Organisation wissenschaftlicher Fachtagungen wie „Wasserwirtschaft im Wandel“. Bei der ersten Fachtagung dieser Art im November 2006 standen die Wandlungsprozesse in der Wasserwirtschaft und ihre Auswirkungen auf die Kommunen im Mittelpunkt. Bei der zweiten Tagung im Oktober 2007 beschäftigten sich mehr als 200 Experten und Kommunalpolitiker mit den Folgen globaler Veränderungen für die Wasserwirtschaft in Deutschland mit dem Schwerpunkt „Ökonomie und Nachhaltigkeit“.

Eine nachhaltige Versorgung mit Trinkwasser zu gewährleisten steht im Mittelpunkt der Arbeit von Veolia Wasser. Zusätzlich trägt das Unternehmen mit seiner eigenen Forschung zu langfristigen Lösungen bei. Veolia Wasser ist in das weltumspannende Forschungsnetzwerk der Unternehmensgruppe Veolia Environnement eingebunden. Das Unternehmen ist Initiator und Mehrheitsgesellschafter des Kompetenzzentrums Wasser Berlin (KWB),einem internationalen Zentrum für Wasserforschung und Wissenschaftstransfer in Berlin, an dem internationale Wissenschaftler und Experten in den Bereichen Wasserökonomie, -ökologie und -technologie in Koopera tion mit Universitäten, Forschungseinrichtungen sowie kleinen und mittleren Unternehmen arbeiten. Das KWB unterstreicht seine aktive Rolle für nachhaltige Wasserwirtschaft durch die Gastgeberschaft für national und international beachtete Fachveranstaltungen, so 2006 unter anderem zu den Themen: „Natürliche und künstliche Systeme zur Grundwasseranreicherung und Infiltration“, „Getrennte Erfassung von iodorganischen Kontrastmitteln und deren Transformation“, „Behandeltes Abwasser als Ressource“ sowie „Ozon und UV – Nachhaltige Lösungen für Industrie und Umwelt“. Schwerpunktthemen der Forschung des KWB 2006 waren Grundwassermanagement, Abwasserableitung und -behandlung: SCST – Sanitärkonzepte zur separaten Behandlung von Urin, Fäkalien und Grauwasser, Abwassermanagement: ISM – Integriertes Abwassermanagement, Cyanobakterien und Cyanotoxine. 2006 führte das KWB Forschungsaktivitäten im Wert von rund 2,5 Mio. Euro durch.

Seit Januar 2006 finanziert Veolia Wasser zusätzlich die Stiftungsprofessur Siedlungswasserwirtschaft an der Technischen Universität Berlin mit einer Jahresförderung in Höhe von 150.000 Euro.

CN: Vielen Dank!

Foto: Veolia Kläranlage Görlitz Nord (Veolia Wasser GmbH)

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