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Nachhaltigkeit kein Wohlfühlthema – Bundeskanzlerin spricht auf Jahrestagung des Nachhaltigkeitsrates

Berlin > Nachhaltigkeit ist kein Wohlfühlthema, sondern ihr geht es um die Zukunftsfähigkeit und Gerechtigkeit unserer Gesellschaft. Das betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern auf der 7. Jahrestagung des Rates für Nachhaltige Entwicklung in Berlin. „Wenn wir glauben, dass die Menschenwürde unteilbar ist, dann müssen Ansprüche auf Ressourcen geregelt und im Grunde gleich verteilt werden“, sagte die Kanzlerin. Nachhaltigkeit schließe auch die Menschen auf anderen Kontinenten ein. Merkel betonte die Bedeutung einer gerechten Ressourcenverteilung für die Friedenssicherung und verwies dabei auf die drohenden Konflikte bei der Wasserverteilung. Zugleich forderte sie gerechte Formen des Rohstoffhandels etwa mit Afrika, damit dieser und anderen Regionen nicht die Chance zur Bekämpfung der Armut genommen werde.

Umweltschutz, wirtschaftliche Entwicklung und globale Verantwortung will die Bundeskanzlerin in einer Perspektive zusammengefasst wissen. Nachhaltigkeit sei dabei kein Allheilmittel, mit dem sich Konflikte auflösen ließen. In Bezug auf die zu erwartenden Interessenkonflikte zwischen Umwelt, Wirtschaft und Nachhaltigkeit müssten verantwortliche Entscheidungen auf der Grundlage unserer Werte und Kenntnisse getroffen werden.

Ein „weiter so“ darf es in unserer Industriegesellschaft nicht geben, betonte Merkel. Nachhaltigkeit sei aber nicht mit Askese und Verzicht zu verwechseln, sondern sie frage nach neuen Lebensqualitäten und neuen wirtschaftlichen Chancen.

Zur Zusammenarbeit mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung betonte die Kanzlerin, es sei nicht selbstverständlich, dass sich die Bundesregierung der Begleitung durch und der Diskussion mit einem solchen kritischen Gremium stelle.

Etwas schwer tat sich die Bundeskanzlerin mit dem Begriff Corporate Social Responsibility. „Alles Neue benennen wir in Englisch“, sagte Merkel. Das sei auch eine Hommage an die ausländischen Gäste.

Ein weiterer prominenter Gast der Jahrestagung war die Premierministerin Neuseelands, Helen Clark.

Foto: BUndeskanzlerin Dr. Angela Merkel auf der Jahrestagung des Nachhaltigkeitsrates in Berlin (CSR NEWS)

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