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Berliner Mittelstand übernimmt soziale Verantwortung – TÜV Rheinland Bildung und Consulting stellt Studie vor

Berlin > „Corporate Social Responsibility“ (CSR) – das freiwillige gesellschaftliche Engagement ist in den Unternehmen des Berliner Mittelstands fest verankert. Sie setzen Zeichen, indem sie beispielsweise Hilfsprojekte finanzieren oder ethisch und ökologisch korrekte Maßnahmen in ihrer Firma umsetzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der TÜV Rheinland Bildung und Consulting GmbH und der outermedia GmbH, die in der vergangenen Woche in Berlin vorgestellt wurde. Im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen wurden rund 250 Berliner kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) befragt, inwieweit sich das Konzept der verantwortlichen Unternehmensführung in ihren Betrieben durchgesetzt hat. Über 90 Prozent der Berliner KMU haben sich bereits mehrfach sozial engagiert, ihre CSR-Aktivitäten jedoch nicht ausreichend öffentlich kommuniziert oder strategisch sinnvoll umgesetzt. In einem Pilotprojekt werden nun ab Januar 2008 zehn Berliner Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung einer eigenen CSR-Strategie durch erfahrene Coaches begleitet. Interessierte Unternehmen können sich unter Tel. 030- 43663 251 noch für die Teilnahme bewerben.

Wie weit der Berliner Mittelstand in Sachen CSR ist und wo es noch Entwicklungsbedarf gibt, das hat den Berliner Senat interessiert. „Es ist uns sehr wichtig, dass die Unternehmen auch Werte nach außen vermitteln“, sagte die Staatssekretärin für Arbeit und Soziales, Kerstin Liebich bei der Präsentation der Ergebnisse. „Viele Unternehmen wollen nicht nur ihren Ruf verbessern, sondern wirklich etwas verändern.“ Ein positives Beispiel ist unter anderem ein Berliner Bäckereibetrieb, der ausschließlich Waren aus biologischem Anbau produziert und den Umweltschutzgedanken seit 25 Jahren auch konsequent im Zusammenhang mit der Produktionstechnik verfolgt.

Umfrageergebnisse: Berliner KMU engagieren sich

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales übernahm die fachliche Begleitung der Studie, die vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Landesmitteln gefördert wurde. Von September bis November 2007 wurden rund 250 Berliner KMU online und in Tiefeninterviews befragt. Über 90 Prozent der Mittelständler übernehmen freiwillig soziale Verantwortung, 59 Prozent sogar regelmäßig. Auffallend ist der starke Bezug zu Berlin und Brandenburg: Etwa 70 Prozent der Unternehmen setzen sich für regionale Projekte ein, meist mit Spenden und Sponsoring. Doch das Engagement ist nur selten gut organisiert: Ein direkter Bezug zu den eigenen Unternehmensaktivitäten fehlt, ebenso die Kontrollprozesse für den Erfolg der Projekte. Zudem gibt knapp die Hälfte (44 Prozent) der Betriebe an, die Aktivitäten nicht gesondert nach außen zu kommunizieren. Die meisten Projekte hängen außerdem von der persönlichen Einstellung von Einzelpersonen ab – über 90 Prozent werden vom Inhaber oder Geschäftsführer selbst oder einer anderen verantwortlichen Einzelperson getragen.

Pilotprojekt CSR-Coaching

Um Berliner KMU zu befähigen, ihr gesellschaftliches Engagement zielgerichtet zu steuern, werden ab Januar 2008 zehn Unternehmen individuell bei der Entwicklung und Umsetzung eines strategisch sinnvollen CSR-Konzepts unterstützt. Im Rahmen eines zweijährigen Pilotprojekts bietet die TÜV Rheinland Akademie GmbH nicht nur passgenaue Qualifizierungen, Workshops und E-Learning-Module zum Thema „Corporate Social Responsibility“ an. Die Mitarbeiter/innen der Unternehmen werden von erfahrenen Beratern und Beraterinnen bei der Entwicklung und Umsetzung eines CSR-Konzepts unterstützt.