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Durchblick schaffen und Rechenschaft geben: Transparenzpreis 2007 geht an Kindernothilfe e.V.

Für transparente Informationsvermittlung ihren Spendern gegenüber – dafür wurden auch in diesem Jahr wieder Organisationen aus dem karitativ-humanitären Bereich ausgezeichnet. In Berlin erhielten die Kindernothilfe e.V. aus Duisburg, die Hilfsorganisation Médécins sans Frontières – Ärzte ohne Grenzen e.V. aus Berlin, und CARE International Deutschland e.V. aus Bonn den Transparenzpreis 2007. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) vergab den Preis in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge an deutsche Spendenorganisationen.

„Spender wollen wissen, was mit ihrem Geld geschieht. Das im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich gestiegene Niveau der Berichterstattung der Wettbewerber zeigt, dass PwC den Spendenorganisationen mit dem Transparenzpreis offensichtlich wichtige Orientierungshilfen zur besseren Kommunikation zwischen Spendern und Spendenorganisationen gibt“, so der Vorstadsprecher von PwC, Hans Wagener, in einer Unternehmensmitteilung.

Am Wettbewerb um den Transparenzpreis 2007 beteiligten sich 43 Organisationen, die Spendeneinnahmen von mindestens einer Million Euro im Jahr 2006 aufweisen konnten und im karitativ-humanitären Bereich tätig sind, so PwC. Folgende Platzierung ergab sich aus dem Wettbewerb:

1. Platz: Kindernothilfe e.V
2. Platz: Médécins sans Frontières – Ärzte ohne Grenzen e.V.
3. Platz: CARE International Deutschland e.V.
4. Platz: Deutsche Welthungerhilfe e.V.
5. Platz: Plan International Deutschland e.V.
6. Platz: Deutscher Caritasverband e.V.
7. Platz: Brot für die Welt
8. Platz: Deutsche Leukämie Forschungshilfe e.V. / Deutsche Kinderkrebsstiftung
9. Platz: Diakonie Katastrophenhilfe
10. Platz: Renovabis e.V.

Der Transparenzpreis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert: 15.000 Euro für den ersten Preis, 10.000 Euro für den zweiten und 5.000 Euro für den dritten Preis. PwC belohnte zudem die Andheri-Hilfe Bonn e.V. mit einem Sonderpreis über 2.500 Euro und honoriere „damit die im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesserte Berichterstattung der Organisation“, so PwC.

Die Qualität der Informationen, die den Spendern öffentlich zur Verfügung gestellt werden, habe sich insgesamt deutlich verbessert, so PwC. Die Mehrzahl der Wettbewerber erreichte demnach in diesem Jahr zwischen 40 und 70 von insgesamt 100 erreichbaren Prozentpunkten. 2006 habe das Mittelfeld noch bei 20 bis 50 von 100 möglichen Wertungspunkten gelegen. Die Kindernothilfe e.V. brachte es mit ihrer Berichterstattung auf mehr als 90 Prozentpunkte. Ausnahmslos alle Teilnehmer, die sich bereits um den Transparenzpreis 2006 bewarben, hätten ihre Berichterstattung verbessert, so PwC. „Einige Spendenorganisationen informieren mittlerweile mustergültig über ihre Tätigkeit und setzen Standards für die Berichterstattung. Damit habe PwC ein wesentliches Ziel des Transparenzpreises bereits erreicht“, kommentierte Hans Wagener laut der Meldung von PwC.

Im Einzelnen hieß es über die Berichterstattung: Über ihre finanzielle Gesamtsituation informieren in diesem Jahr 33 der 43 Organisationen anhand einer Bilanz, 38 veröffentlichen eine Gewinn- und Verlustrechnung beziehungsweise Einnahmen- und Ausgabenrechnung. Im Jahr 2006 hatten erst 30 der 41 Spendenorganisationen eine Gewinn- und Verlustrechnung oder vergleichbare Angaben veröffentlicht. Außerdem beziffern 34 der 43 Organisationen (79 Prozent) die Höhe ihrer Werbe- und Verwaltungsausgaben. Im Vorjahr fehlten diese Angaben bei der Mehrzahl der Teilnehmer.

Ein Schwachpunkt sei, so PwC, bei den meisten Organisationen nach wie vor die Berichterstattung über die Vergütungen der Organe und deren Zusammensetzung. Nur fünf Organisationen nennen demnach die Vergütungen von Vorstand und Geschäftsführung, im Vorjahr taten dies zwei Wettbewerber. Vorbildlich sei hier die Organisation Médécins sans Frontières – Ärzte ohne Grenzen e.V., die im Jahresbericht erstmals die Vorstandsbezüge und Geschäftsführergehälter einzeln offengelegt habe, so PwC weiter.

Ausgesprochen verbesserungswürdig seien bis auf wenige positive Ausnahmen die Angaben der Spendenorganisationen zur Bewertung durchgeführter Projekte. Beispielgebend sei hier laut PwC die Deutsche Welthungerhilfe e.V. Auch Informationen zu internen Kontrollen seien noch lange nicht selbstverständlich – so informierten nach Angaben von PwC beispielsweise nur 21 der 43 Organisationen darüber, wie sie den korrekten Einsatz der Spenden überwachten. Sehr gut schnitten hier demnach die Deutsche Welthungerhilfe e.V., CARE International Deutschland e.V., Brot für die Welt und die Diakonie Katastrophenhilfe ab. Durchgängig schwach seien die Informationen der Spendenorganisationen zu Perspektiven und Risiken ihrer Tätigkeit, hieß es weiter. Eine ausführliche Planung für das kommende Geschäftsjahr veröffentlichten nur vier Organisationen. Einblicke in geplante Projekte sowie deren Zielsetzungen und Finanzierung gäben die Organisationen in der Regel nicht, so PwC.