Nachrichten

Mode-startup mit sozialem Anspruch erfolgreich

Köln > Die armedangels® sind gekommen, um sich einzumischen: Das neugegründete fashion label armedangels® der Social Fashion Company GmbH aus Köln vereint qualitativ hochwertige Designs mit einem hohen Maß sozialer Verantwortung in der Zulieferkette. Die Produkte aus 100% organischer Baumwolle werden in fairtrade zertifizierten Produktionsstätten gefertigt. Von jedem verkauften armedangels®-Produkt gehen 3,33 EUR an ausgesuchte Hilfsprojekte. Im vergangenen Jahr wurden die Unternehmensgründer Anton Jurina und Martin Höfeler mit dem Gründerpreis der Wirtschaftswoche ausgezeichnet. CSR NEWS sprach mit Martin Höfeler:

CSR NEWS: „Social Fashion Company GmbH“ nennt sich Ihr Unternehmen, und armedangels Ihre Marke. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Mode und soziales Engagement zu verbinden – und wie auf den „bewaffneten Engel“?

Martin Höfeler: Als Anton und ich uns kennen lernten war relativ schnell klar, dass uns eine Gemeinsamkeit besonders verbindet: Wir wollten etwas bewegen, etwas Neues erschaffen – wir wollten gründen. Obwohl wir beide Betriebswirtschaft studiert haben, waren und sind wir überzeugt von dem Gedanken, dass man ein Unternehmen basierend auf sozialen Werten und Grundsätzen aufbauen kann. Durch unsere Liebe zu Design und dem Interesse für dynamische Branchen war dann schnell klar, dass wir ein Modelabel gründen wollten. Nach ersten Recherchen sind uns die teilweise katastrophalen Produktionsbedingungen aufgefallen und dass wir dringend etwas dagegen unternehmen müssen. Daraus entstanden die armedangels, die für bessere Bedingungen in der Modeindustrie kämpfen.

CN: Mode für junge Leute verkauft sich stark über den Preis. Das gestalten Sie anders und schlagen 3,33 EUR pro Produkt für den guten Zweck auf. Kommen Sie damit bei jungen Kunden an?

Martin Höfeler: Unser erhöhter Preis ergibt sich vor allem aus den viel höheren Herstellungskosten für FairTrade zertifizierte Produkte. Dabei sind die Rohstoffkosten gar nicht so entscheidend, sondern viel mehr die noch geringe Konkurrenz der Produzenten. Dass wir mit unserem VK nur die Kunden erreichen, die etwas mehr zu zahlen bereit sind – für Qualität, für die Sicherheit zu wissen, wo das Produkt herkommt und für unseren sozialen Anspruch – stört uns dabei gar nicht.

CN: Sie versprechen, dass die Baumwolle Ihrer Produkte aus fairen Anbaubedingungen stammt und unter fairen Arbeitsbedingungen weiterverarbeitet wurden. Wie stellen Sie das sicher?

Martin Höfeler: Jedes Kilo Baumwolle, dass in unseren Produkten verarbeitet wird, stammt von durch die FairTrade Foundation begutachteten und zertifizierten Anbaufeldern. Bis jetzt haben wir uns darauf verlassen, je größer wir jedoch werden, desto mehr werden wir uns selber von den dort herrschenden Bedingungen überzeugen und das auch auf unserer Internet-Plattform kommunizieren.

CN: Sie engagieren sich heute für Projekte von KOLPING INTERNATIONAL in Bolivien. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit? Und welche weiteren Projekte sind geplant?

Martin Höfeler: Zu Beginn unserer Unternehmertätigkeit haben wir uns viele Hilfsprojekte angeschaut und miteinander verglichen. Kolping International hat uns damals am meisten überzeugt, vor allem weil wir damit einen Partner an der Seite haben, dessen Glaubwürdigkeit auf uns abfärbt. Für die Zukunft möchten wir verstärkt unterstützen, wo wir auch produzieren. Damit ist eine wirklich nachhaltige Entwicklungshilfe gewährleistet.

CN: Die Social Fashion Company GmbH ist ein Startup. Da wird rund um die Uhr gearbeitet, stelle ich mir vor. Was bedeutet Corporate Social Responsibility für Ihre Unternehmensführung in Deutschland?

Martin Höfeler: Sehr gut erkannt, bei uns im Büro brennen die Lampen tatsächlich bis tief in die Nacht – und schon da fängt bei uns Corporate Social Responsibility an, denn wir verwenden Energiesparlampen, wo immer wir können. Die Energie beziehen wir von einem Ökostromanbieter, den Kaffee von einem FairTrade Anbauer und unser Papier kommt aus nachhaltiger Forstwirtschaft.
Mindestens so wichtig wie unsere unternehmerische Verantwortung nach außen ist uns die Verantwortung, die wir unseren Arbeitnehmern gegenüber haben. Für uns ist ganz klar, dass wir nur den Erfolg haben werden, den wir uns wünschen, wenn jeder aus unserem Team sich wohl fühlt bei dem, was er oder sie tut. Dieses Gefühl zu erzeugen hat bei uns oberste Priorität in der CSR.

CN: Bisher haben wir über CSR und den privaten Konsum gesprochen. Wie positionieren Sie sich als CSR-aktives Unternehmen im B2B Geschäft?

Martin Höfeler: Neben unserer Modelinie, die sich hauptsächlich an Endkonsumenten wendet, bieten wir seit Anfang diesen Jahres allen Unternehmen, die „soziale Verantwortung“ nicht nur als Begriff kennen, die Möglichkeit der „Corporate Social Responsibility zum Anfassen.“ Wir gestalten, produzieren und versenden individuelle, fair und ökologisch hergestellte Merchandise-Kollektionen für diese Firmen. Wir glauben an ein sehr hohes Potenzial dieser Corporate Collections und haben schon viel positive Resonanz darauf erhalten.

CN: Wie lief Ihre erstes Jahr, und welche Perspektiven sehen Sie für die armedangels in 2008?

Martin Höfeler: Wie wahrscheinlich in jedem ersten Unternehmensjahr, gab es für uns viele Höhen und auch manche Tiefen. Wir haben Investoren gefunden, die unsere Begeisterung für die Sache teilen, wir haben den Webshop www.armedangels.de gelauncht und den Gründerwettbewerb der Wirtschaftswoche gewonnen. Auf der anderen Seite mussten wir feststellen, dass nichts so schnell geht, wie man sich wünscht. Eine Idee bekannt zu machen ist sehr arbeits- und zeitintensiv, aber es macht jeden Tag aufs Neue Spaß!

CN: Vielen Dank!

Kontakt zu Martin Höfeler:
martin@armedangels.de
Tel.: +49(221)2986686
Internet: www.armedangels.de

Foto: Martin Höfeler (links) und Anton Jurina (Social Fashion Company GmbH)

Hinterlassen Sie einen Kommentar