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Baumwollanbau in Burkina Faso – Public Eye-Award für Hess Natur

Davos > Als eine kritische Begleitveranstaltung zum Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos vergeben die Erklärung von Bern und Pro Natura den Public Eye Award. Dabei werden „Anti-Oscars“ überreicht – Schmähpreise an Unternehmen, denen unethisches Verhalten vorgeworfen wird. Nominiert werden die „Preisträger“ von etwa Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt und durch die Abstimmung in einer „Hall of Shame“ im Internet. Daneben wird aber auch ein „Public Eye Positive Award“ verliehen, und der ging in diesem Jahr an Hess Natur:

Der deutsche Naturtextil-Anbieter wurde als besonders verantwortungsvolles Unternehmen ausgezeichnet, insbesondere für seine beispielhafte Partnerschaft mit der Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas für Bio- und Fairtrade-Baumwolle aus Afrika.

Das 1976 gegründete Versandunternehmen Hess Natur steht für natürliche, ökologische und unter sozialgerechten Arbeitsbedingungen hergestellte Kleidung. Seit zwei Jahren fördert Hess Natur gemeinsam mit der Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas den kontrolliert biologischen Baumwollanbau im westafrikanischen Burkina Faso. Die Projekt-Arbeit, die die gesamte Wertschöpfungskette vom Anbau bis zum fertigen Produkt umfasst, unterstützt neben der wirtschaftlichen Entwicklung der Bevölkerung auch Gesundheits- und Ausbildungsprojekte: So wird den Familien beispielsweise im Rahmen einer Alphabetisierungskampagne das Lesen und Schreiben beigebracht.

Die Bio-Baumwolle, aus der später Hess Natur-Textilien entstehen, wird auf über 2000 Hektar Land in verschiedenen Anbaugebieten angepflanzt. Knapp 400t der wertvollen Naturfasern konnten im letzten Jahr von mehr als 2000 beteiligten Bäuerinnen und Bauern geerntet werden. Unterstützt von einem Team aus Anbauberatern und Agrarwissenschaftlern lernen die Bäuerinnen und Bauern den nachhaltigen Anbau und die Schonung der Umwelt. Der Wegfall arbeitsbedingter (Pestizid-) Erkrankungen sowie die Gewährung von Abnahmegarantien für ihre Ernten und die Zahlung fairer Baumwollpreise machen den kontrolliert biologischen Baumwollanbau für die Beteiligten zu einer im doppelten Wortsinn „sicheren“ Einkommensquelle. Jeder Bauer darf bis zu 50% seiner Felder mit Bio-Baumwolle bestellen, auf dem restlichen Ackerboden werden Obst, Gemüse, Erdnüsse und Ähnliches angebaut. Auf die Art und Weise haben die Familien im Fall einer schlechten Baumwollernte ein zweites „Standbein“, das ihre Existenz sichert. Das Saatgut wird vorfinanziert, die Kosten für die notwendige Zertifizierung der Baumwolle übernommen. Neben dem Bio-Anbau stellt der faire Handel ein wichtiges Element des Projektes dar. So erhalten die Baumwoll-Erzeuger ergänzend zu der Bio-Prämie von Hess Natur auch einen Fair Trade-Zuschlag. Zusammengenommen erzielen sie somit einen Baumwollpreis, der 40% über dem westafrikanischen Basispreis für konventionelle Baumwolle liegt. Aufgrund seines Engagements auf dem Gebiet des nachhaltig orientierten Baumwollanbaus kann Hess Natur mittlerweile 100% seines reinen Baumwollsortiments in kontrolliert biologischer Qualität anbieten.

„Unser Herz schlägt für Kleidung, die ein gift- und stressfreies Leben ermöglicht. Der Positive Award ist ein bedeutendes Zeichen für all jene Menschen, die diese Leidenschaft mit uns teilen“, betont Wolf Lüdge, Geschäftsführer Hess Natur. Weniger gefreut haben dürften sich die Empfänger der Schmäh-Preise: Gleich zwei der „Anti-Oscars“ gingen an den französischen Nuklearkonzern Areva, dem vorgeworfen wird, im afrikanischen Niger unter skandalösen Bedingungen Uran abzubauen, seine Minenarbeiter nicht über die Gefahr von Radioaktivität zu informieren und die Umwelt zu verstrahlen. Der dritte Schmähpreis ging an die Rohstoffgruppe Glencore, deren Kohleminen in Kolumbien massive Umweltverschmutzung und Gesundheitsschäden bei der Bevölkerung verursachten sollen.

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