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Fairtrade-Rosen aus Kenia – ein Beitrag zur Friedenssicherung

Köln/Nairobi > Am diesjährigen Valentinstag werden bundesweit in 110 REWE- und Toom-Märkten Fairtrade-Rosen an Kunden verschenkt. Erhältlich sind die fair gehandelten Rosen ansonsten auch bei der Kaiser’s Tengelmann AG in Bayern, der Edeka Südwest in Baden-Württemberg und in den Blumenfachgeschäften von Blumen Risse. Zu den Gewinnern des fairen Handels gehört das krisengeschüttelte ostafrikanische Land Kenia:

Die meisten der im vergangenen Jahr verkauften rund 20 Millionen ostafrikanischen Fairtrade-Rosen stammen von dort. Zum Valentinstag am Donnerstag stehen eine Million Rosenstiele aus dieser Region bereit. Kenias Export erlebte in vielen Branchen einen Einbruch. Anders bei der Produktion der Fairtrade-Rosen: Nach einer kurzen Unterbrechung von zwei Tagen konnte der Export aus den Fairtrade-zertifizierten Blumenplantagen rund um den Naivasha-See wieder aufgenommen werden. Fairtrade-gesiegelte Rosen aus Ostafrika werden direkt gehandelt und gehen nicht über die Blumenbörse in Holland. Auf dem Nairobi International Airport werden sie direkt verladen und nach Deutschland transportiert. Dadurch gelangen sie über Nacht schnittfrisch nach Frankfurt. Trotz der Luftfracht ist die Klimabilanz der Fairtrade-Rosen gegenüber europäischen Gewächshäusern positiv.

Corporate Social Responsibility lohnt sich für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, weiß Claudia Brück von TransFair zu berichten: Unruhen gab es auf den kenianischen Fairtrade-Rosenfarmen nicht, das Engagement der Unternehmen für ihre Belegschaft und die Region zahlt sich aus. Auch aus manchen dieser Farmen musste Arbeitern die Rückreise in ihre Heimatregionen ermöglicht werden, als die ethnischen Spannungen ihren Höhepunkt erreichten. Auf einer der Farmen wurde ein Hilfscamp für Flüchtlinge errichtet. Fairtrade-Organisationen setzen auf langfristige Handelspartnerschaften; aus den Fairtrade-Prämien von zwölf Prozent auf den Importpreis werden soziale Projekte finanziert. Dazu gehören Brunnenbohrungen, Schulbusse, Brücken oder Moskitonetze, was sich als effektive Maßnahme zur Eindämmung der Malaria-Infektionen bewährte – und zum sozialen Frieden beiträgt. Denn die Unruhen in Kenia gehen zu einem großen Teil von den Bevölkerungsgruppen aus, die als Verlierer der wirtschaftlichen Entwicklungen gelten.

Über die Verwendung der Fairtrade-Prämien entscheidet gemeinschaftlich der Joint Body, ein Komitee aus Arbeiter- und Managementvertretern. Dieses Verfahren gibt zugleich ein Übungsfeld für demokratische Prozesse. Und in vielen Fällen laufen die Komitees so erfolgreich, dass sich die Arbeitgeberseite daraus zurück zieht und es den Arbeiterinnen und Arbeitern überlässt, über die Verwendung der Mittel zur Regionalentwicklung zu entscheiden.

Der Marktanteil der auf Fairtrade-zertifizierten Blumenplantagen gezogenen Rosen ist in Deutschland noch sehr gering. Aber er erzielt deutliche Zuwächse – sicher auch am Valentinstag.

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