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Stiftungen im Aufschwung – Unternehmen nutzen Chance zu mehr Nachhaltigkeit und Kommunikation

Berlin > Stiftungsgründungen sind im Aufschwung. Im vergangenen Jahr wurden 1.134 rechtsfähige Stiftungen neu gegründet – soviel wie nie zuvor. Das entspricht einer Steigerung um mehr als 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Deutschland gibt es damit aktuell 15.449 Stiftungen. Diese Zahlen stellte der Bundesverband Deutscher Stiftungen jetzt in Berlin vor. Der Verband lobte das neue Stiftungssteuerrecht, das mit mehr Stiftungsfreundlichkeit zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements beigetragen habe.

Es ist aber nicht nur das Stiftungssteuerrecht, das zur steigenden Zahl der Stiftungsneugründungen führt. Unternehmen entdecken Stiftungen zunehmend auch als Instrument für die Wahrnehmung ihrer Corporate Social Responsibility. Die Zahl unternehmensnaher Stiftungen liegt bundesweit über 1.500 – mit deutlich steigender Tendenz. Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, verweist auf die Vorteile, die Stiftungen als Teil der CSR-Maßnahmen eines Unternehmens bieten: „Zum einen erleichtert eine Stiftung die Kooperation mit anderen Partnern im gemeinnützigen Sektor. Zudem lassen sich in die Gremien einer Stiftung leichter namhafte externe Akteure einbinden. Eine ausreichend dotierte Stiftung macht das Unternehmensengagement für das Gemeinwohl zudem nachhaltiger und stabiler, weil die Stiftung auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Erträge für Gemeinwohlaktivitäten zur Verfügung stellt.“ Stiftungen erhöhen die Nachhaltigkeit, machen das Unternehmensengagement im Ergebnis glaubwürdiger und bieten damit kommunikativ zusätzliche Möglichkeiten, so Hans Fleisch.

Fast jede dritte Stiftung widmet sich sozialen Zwecken. Die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung sowie Kunst und Kultur erreichen bei den Stiftungszwecken Anteile von jeweils 13 bzw. 14 Prozent. Bei Stiftungsneugründungen lässt sich als Tendenz erkennen, dass soziale Zwecke vor allem zugunsten des Umweltschutzes sowie der Förderung von Kunst und Kultur an Anteilen verlieren.

Seit der Verabschiedung des „Gesetzes zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements“ im vergangenen Jahr können Zuwendungen in den Vermögensstock von gemeinnützigen Stiftungen bis zu einer Höhe von einer Million Euro steuerlich geltend gemacht werden. Da sich Mäzene bei der Vermögensausstattung häufig am steuerlichen Rahmen orientieren, wirkt sich die verbesserte steuerliche Abzugsfähigkeit auf die Vermögensgröße neuer Stiftungen positiv aus. Das deutsche Stiftungsvermögen wächst und beträgt nach neueren Schätzungen bereits rund 100 Milliarden Euro Grundstockvermögen, berichtet der Bundesverband Deutscher Stiftungen.

Über die Chancen einer Stiftung informiert die Deutsche StiftungsAkademie am 17. April auf einem Forum im Wissenschaftszentrum Bonn-Bad Godesberg. Die Veranstaltung beginnt um 9.30 Uhr; thematisch geht es dabei u.a. um das Konzept Corporate Social Responsibility, die Vorstellung einer Kurzstudie zu unternehmensnahen Stiftungen, die Transparenz von CSR-Wirkungen, institutionelle Formen gemeinnütziger Arbeit in Deutschland, das Verhältnis von CSR in Unternehmen und unternehmensnahen Stiftungen, CSR und Medien und um Praxisbeispiele.

Weitere Informationen im Internet:
www.stiftungsakademie.de

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