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Weltweite Allianzen gegen Tuberkulose und Malaria

München > GlaxoSmithKline (GSK) teilt mit, dass es seine Zusammenarbeit mit den Non-Profit-Organisationen „Medicines for Malaria Venture“ (MMV) und „Global Alliance for TB Drug Development“ (TB Alliance) auch in diesem Jahr fortsetzen wird. Ein Zentrum dieses Engagements liegt im spanischen Tres Cantos: Dort forschen 30 MMV-Mitarbeiter und 25 TB-Alliance-Mitarbeiter im DDW-Centre von GlaxoSmithKline. „DDW“ steht für „Diseases of the Developing World“, und hier spielen Malaria und Tuberkulose nach wie vor eine große Rolle:

Etwa 90 Prozent aller Malariafälle betreffen Menschen in Afrika, vor allem Kinder unter 5 Jahren. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jährlich über eine Million Menschen an Malaria. Zwei Probleme stehen im Mittelpunkt der Diskussion: Malaria betrifft besonders die Armen, denen der Zugang zu den vorhandenen Medikamenten fehlt. Und: Der Krankheitserreger spricht auf viele der häufig verwendeten Medikamente nicht mehr an.

An diesen Stellen setzt die Zusammenarbeit von GSK mit der 1999 als Private-Public-Partnership-Projekt gegründeten Initiative „Medicines for Malaria Venture“ an. Für die Entwicklung neuer Anti-Malaria-Medikamente und deren Lieferung in die Länder der Entwicklungszusammenarbeit engagieren sich bei der MMV auch die WHO, die Weltbank, die Bill & Melinde Gates Stiftung, die Rockefeller-Stiftung sowie die Regierungen der Schweiz, der Niederlande und Großbritanniens. Alle 5 Jahre soll ein neues Anti-Malaria-Medikament zur Verfügung stehen, das erste spätestens im Jahr 2010.

Noch verheerender fällt die Schreckensbilanz bei der Tuberkulose aus: Zwei Millionen Tote fordert die Erkrankung nach WHO-Angaben jährlich. In den letzten Jahren verschärft die Kombination von Tuberkulose und einer HIV-Infektion das Problem: 13 Prozent aller sog. AIDS-Toten sterben an einer Folgeinfektion mit den Tuberkulose-Erregern. Und auch hier werden die Resistenzen gegen die vorhandenen Antibiotika zu einem immer größeren Herausforderung.

Die TB-Alliance will neue Wirkstoffe hervor bringen, die eine kurze und einfache Behandlung ermöglichen und die billig sind. Zu den mehr als 30 Partnern der Initiative zählen u.a. Novartis India, die Bristol-Myers Squibb Foundation, die Vereinigung der Britischen Pharmazeutischen Industrie, das Global Forum for Health Research und die Bill & Melinda Gates Stiftung. GSK stieß im Jahr 2005 dazu. Außerdem arbeitet GSK mit zwei weiteren Partnern an der Entwicklung eines Impfstoffes, der vor Tuberkulose schützen soll. Seit 40 Jahren wurden keine wirklich neuen Medikamente gegen Tuberkulose entwickelt. Höchste Zeit also für Initiativen wie diese.

Bild: GSK engagiert sich in Programmen zur Malariaerziehung in Burkina Faso (Karl Grobl/GlaxoSmithKline)