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Gewerkschaften tun sich schwer mit CSR

Berlin > „Die Gewerkschaften stehen dem CSR-Konzept kritisch gegenüber, ohne es abtun zu wollen.“ Das schreibt Dr. Jürgen Eckl, Referatsleiter Internationales beim DGB Bundesvorstand, in einem Gastbeitrag für den aktuellen Newsletter des BBE. Eckl befürchtet, dass Unternehmer mir dem auf Freiwilligkeit beruhenden Konzept der CSR gesetzlich verbindliche Regelungen etwa zu Arbeitsbedingungen aushebeln wollen. Dabei würden jedoch Verantwortungsbereiche einseitig von Unternehmen definiert und Rechenschaftspflichten über selbst ausgesuchte Zertifizierungsunternehmen nach neu definierten oder ausgelegten Normen erfüllt.

„Die Erfahrungen mit Unternehmenspolitik in der Globalisierung lassen es mehr als ratsam erscheinen, an Stelle von Freiwilligkeit und Beliebigkeit die allgemeine Verbindlichkeit und damit den Vorrang von Staat und Recht zu setzen, allgemein gültige, transparente und sanktionierbare Regeln sind unumgänglich“, schreibt Eckl. Bei CSR-Konzepten sieht er den ‚alten unternehmerischen Paternalismus‘ durchscheinen und fürchtet den Einfluss der CSR-Strategien auf Politik und Regierungen. Durch die zunehmende Zahl an Public-Private-Partnerships etwa würden dem Staat Steuermittel für öffentliche Güter entzogen. „Gewerkschaften werden CSR-Strategien, -Initiativen und -Programme nur dann unterstützen, wenn sie mit den nationalen und internationalen Bestimmungen zu Sozial-, Arbeits- und Umweltschutz vereinbar sind und diese eindeutig ergänzen und wenn sie geltende Tarifverträge sowie die darin enthaltenen Normen untermauern und respektieren.“

Der Gastbeitrag im Internet:
http://b-b-e.de/uploads/media/nl05_eckl.pdf

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