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Looking Beyond – Responsible Supply Chain Management

Ernst & Young thematisiert im folgenden Artikel die Zuliefererketten global agierender Unternehmen und gibt konkrete Ratschläge, wie diese nachhaltig gestaltet werden können.

In den frühen 1990ern richtete sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf globale, immer komplexer werdende Zulieferketten. Bejubelt wurden Effizienzvorteile für Hersteller, zusätzliches Entwicklungspotenzial für Unternehmen und Beschäftigungszuwachs in Schwellenländern sowie Kosteneinsparungen für Konsumenten in Industrienationen. Für viele Menschen wurde dieses neue Geschäftsmodell jedoch zum Symbol für die durch die Globalisierung bedingten schlechten Arbeits- und Umweltbedingungen. Über die Grenzen hinweg sind Unternehmen aller Industriesektoren gefordert, soziale Verantwortung und Umweltrisiken in und am Rande ihrer Zuliefererkette zu managen. Mit anderen Worten, Unternehmen werden nicht nur durch eigene Handlungen, sondern ebenso durch die ihrer Geschäftspartner definiert.

Der vom Unternehmen Mattel kürzlich erfolgte Rückruf von Millionen möglicherweise bleiverseuchter Spielzeuge aus China mit anschließenden Medienberichten über gefährliche Zusätze in Zahnpasta und Tierfutter sowie Rückrufaktionen von Reifen made in China illustrieren die Anforderungen an Führungskräfte. Gesetzte Managementprioritäten sind zu überdenken. Solche Krisen sollten dazu führen, die Zuliefererketten nicht nur aus einem kurzfristigen wirtschaftlichen Blickwinkel heraus zu betrachten; vielmehr ist ein vernetzter Ansatz gefragt, um Nachhaltigkeitsfragen im Supply Chain Management zu verankern. Dieser Ansatz wird häufig unter dem Be¬griff „Responsible Supply Chain Management“ zusammengefasst.

Warten Sie nicht, bis die Krise kommt!

1. Identifizieren Sie Risiken entlang Ihrer Supply Chain.

Unternehmen sollten im ersten Schritt die soziale Verantwortung und mögliche Umweltrisiken, die mit ihrer Zuliefererkette verbunden sind, identifizieren und verstehen. Schwerpunkte können und werden zwischen den verschiedenen Industriesektoren sehr stark variieren. Beispielsweise ist das Thema „Consumers Health & Safety“ von offensichtlicher Wichtigkeit für Nahrungsmittel- und Getränkehersteller, während Firmen der Modeindustrie hinsichtlich der Einhaltung von Sozialstandards in den Fabriken ihrer Zulieferer in den Mittelpunkt öffentlichen Interesses gelangt sind.

2. Designen Sie eine Risikostrategie.

Unternehmensverantwortliche müssen sich entscheiden, welche Risiken die vordringlichsten sind. Eine solche Risikopriorisierung muss auf die strategische Ausrichtung des Unternehmens, sein Wertemodell und auf die Anforderungen der Belange der Stakeholder abgestimmt sein. Der nächste Schritt ist die Ausarbeitung einer robusten Strategie, um die identifizierten Risiken zu eliminieren oder zu mildern.

3. Überwachen Sie die Resultate.

Der Implementierung der Strategie muss eine Evaluation der erreichten Resultate folgen. Zum Beispiel müsste ein Chemieunternehmen, das einen Verhaltenskodex für Umweltmanagement bei seinen Zulieferern vorsieht, durch eine unabhängige Verifizierung die erreichten Resultate kontrollieren oder „Awareness & Capacity Building Programs“ für seine Zulieferer aufsetzen.

Über die Risiken hinaus

Beim Responsible Supply Chain Management geht es aber nicht nur um die Vermeidung und Milderung von Risiken. Darüber hinaus können langfristige Vorteile für die Umwelt-, Sozial- und ethischen Leistungen des gesamten Unternehmens erzielt werden. Das ist auch von ökonomischem Interesse:

1. Sicherung des Angebots

Umweltbelastungen, speziell bei Ressourcenknappheit, können das Angebot von Rohstoffen, Waren und Dienstleistungen infrage stellen. Die Einführung strengerer Gesetze zur Eliminierung einzelner Substanzen kann bei nicht zeitgerechter Umstellung durch die Zulieferer zu kritischen Kapazitätsengpässen in der nachgelagerten Wertschöpfungskette führen. Die frühe Identifizierung solcher Gefahren macht es Unternehmen möglich, rechtzeitig alternative Materialien vorzusehen oder die notwendige Compliance der bestehenden Zulieferer sicherzustellen.

2. Kosten einsparen

Durch eine Produktlebenszyklusanalyse des Portfolios kann ein Unternehmen Potenziale der ökologischen und sozialen Leistungsfähigkeit identifizieren und laufende Kosten sowie Kosten im etwaigen Schadensfall senken.

3. Wert steigern

Unternehmen, die eine Responsible-Supply-Chain-Management-Strategie umsetzen, können gezielter auf die wachsende Nachfrage der Kunden nach im weitesten Sinn unbedenklichen und einwandfreien Waren und Dienstleistungen eingehen. Solche Unternehmen sind außerdem in einer besseren Position, um bei der Auftragserteilung zum Zug zu kommen, da mehr und mehr öffentliche und private Organisationen Nachhaltigkeitskriterien in ihre Lieferantenauswahl einbeziehen. Zusätzlich kann die Verbesserung der Sozial- und Umweltperformance entlang der Zuliefererkette den Markenwert erhöhen, die Loyalität der Kunden fördern und qualifizierte Arbeitnehmer anlocken.

Vision

Über all diese potenziellen Vorteile hinaus führt die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen entlang der Zuliefererkette dazu, dass sich das Supply Chain Management vom Hinterzimmer des Unternehmens in den Board Room bewegt. Es wird ein wesentlicher Beitrag erzielt, um das strategische Potenzial zu erhöhen und lang anhaltende Wettbewerbsvorteile zu erzielen.

Ernst & Young unterstützt Sie gerne mit seinem Fachwissen bei der vollständigen Konzeption einer „Responsible Supply Chain“ und bei der Entwicklung einer verantwortlichen Einkaufsstrategie. Wir decken gemeinsam mit Ihnen z.B. Gefahren entlang der Zuliefererkette auf, entwerfen eine Strategie zur Risikominimierung und -vermeidung und bewerten für Sie die umgesetzten Maßnahmen.

Für weitere Informationen rund um das Thema „Responsible Supply Chain“ oder bei Fragen zu unserem umfangreichen Dienstleistungsportfolio im CSR-Bereich stehen Ihnen gerne Pola Malandain und Christian Pohl zur Verfügung.