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Wie unternehmensnah sollen Unternehmens-Stiftungen sein?

Bonn > Wie unternehmensnah sollten Unternehmens-Stiftungen sein? Teilen sie das Logo mit dem Unternehmen? Sind die Stiftungsmitarbeiter in den Unternehmensstamm integriert? Auf dem gestrigen Seminar “Stiftung und Unternehmen – Corporate Social Responsibility” der Deutschen StiftungsAkademie entstand zwischen den etwa 20 Teilnehmern und Referenten ein lebendiger Erfahrungsaustausch. “Eine professionell aufgestellte CSR-Stiftung kann Impulse für gesellschaftlichen Fortschritt geben, eine aktive Bürgergesellschaft fördern und klar definierte Aspekte gesellschaftlicher Verantwortung des Unternehmens gezielt und wirksam umsetzen”, zeigte sich Dr. Stephanie Abke von der EWE|Stiftung überzeugt. Die EWE|Stiftung hat vor kurzem durch den Entwurf eines eigenen Logos ein selbständigeres Erscheinungsbild aufgebaut und positive Erfahrungen damit gemacht. Den umgekehrten Weg ist die TUI Stiftung gegangen, glich sich mit Namen und Logo dem Unternehmen an und erreichte damit insbesondere bei den Mitarbeitern eine höhere Identifikation mit der Stiftungsarbeit, wie deren Generalsekretärin Elke Hlawatschke in der Diskussion berichtete.

“Wie können Stiftungen verhindern, dass das unbequeme Thema ‘Verantwortung’ an sie abgeschoben wird und damit im Unternehmen keinen Platz mehr hat und sie der verlängerte Arm der Unternehmens-PR werden?”, diese Frage brachte Ulrike Lexis vom Institut für Bildung und Gemeinnützigkeit mit ihrem Eingangsstatement in die Diskussion ein. Einflussnahme beschrieb Frank Trümper, Geschäftsführer bei Common Purpose Deutschland, wenig später als ein wechselseitiges Geschehen: Die Wirkung unternehmensnaher Stiftungen ins Unternehmen selbst sei wichtiger als ihre Wirkung in der Gesellschaft. In der Gesellschaft sind Stiftungen dabei nicht isoliert, sondern gemeinsam mit anderen engagiert. So forderte Dr. Gerd Placke von der Bertelsmann Stiftung eine Stärkung der Kooperationsfähigkeit ein. Die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft im Allgemeinen und des bürgerschaftlichen Engagements im Besonderen beweise sich an den Rändern der Gesellschaft, sowohl im Hinblick auf die Zielgruppen als auch im Hinblick auf die Akteure, betonte Placke.

Beachtung fand auch das von Dieter Schöffmann, VIS á VIS, vorgestellte Modell der “London Benchmarking Group”, die Aufwand und Ertrag von Corporate Citizenship Programmen bewertet und dabei auch die Folgewirkungen auf das Gemeinwesen in den Blick nimmt. Die Mischung von grundlegenden Diskussionsbeiträgen zu den Themenbereichen CSR und Stiftungen mit Praxiserfahrungen aus Unternehmensstiftungen – der EWE|Stiftung und der Stiftungsarbeit der fand bei dem eher kleinen Seminarteilnehmerkreis eine sehr positive Resonanz.