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CSR Türöffner für die deutsche Wirtschaft weltweit – Bundesarbeitsministerium plant Gütesiegel

Berlin > „Menschen in vielen aufstrebenden Wirtschaftsgegenden wünschen sich deutsche Unternehmen, weil sie nicht kurzfristig agieren nach dem Prinzip ‚in and out‘, sondern ihr Engagement langfristig angelegt ist.“ Das betonte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gestern in Berlin auf der Konferenz „Unternehmen in Verantwortung – Ein Gewinn für alle“. Als Außenminister sei er auch ein „Türöffner der deutschen Wirtschaft“. Und da gibt die Corporate Social Responsibility deutscher Unternehmen Steinmeier manches gute Argument für die heimische Wirtschaft an die Hand. Die Frage nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer globalisierten und damit zugleich entgrenzten Welt sei zu einem zentralen Thema geworden. Der Außenminister erinnerte an Beispiele aus der Wirtschaftsgeschichte wie den Einsatz von Bosch für die 8-Stunden-Woche oder Siemens für die menschenwürdigen Lebensbedingungen der Arbeiter zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Das sich deutsche Unternehmen auch heute durch verantwortliches Wirtschaften auszeichnen, will Steinmeier durch eine Datenbank mit weltweiter Perspektive belegen. Deshalb hat er bereits vor einigen Wochen die deutschen Auslandsvertretungen gebeten, vor Ort gemeinsam mit der Wirtschaft Beispiele für solches Engagement zu dokumentieren. Daraus wird eine Internetplattform zur gesellschaftlichen Verantwortung deutscher Unternehmen im Ausland entstehen, die das Auswärtige Amt gemeinsam mit der Bertelsmann-Stiftung erstellen wird und die „CSR made in Germany“ weltweit bekannt machen soll.

In eine ähnliche Richtung zielen die Aktivitäten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, das in Sachen CSR in der Bundesregierung federführend ist. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz berichtete ebenfalls gestern in Berlin von seinen Plänen, ein Gütesiegel für Unternehmen einzuführen, die sich zu gesellschaftlicher Unternehmensverantwortung verpflichten. Der Kodex soll von einem Beirat erarbeitet werden und fünf bis zehn ‚harte Kriterien‘ wie die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen für Jugendliche oder die Achtung von Kernarbeitsnormen der ILO enthalten. „Es geht um ‚gute Arbeit‘, ökologisches und nachhaltiges Wirtschaften im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher“, betonte Scholz. Den ausgezeichneten Unternehmen will Scholz dann ebenfalls eine Plattform im Internet bieten. Unter den Teilnehmern wurde der Vorstoß des Bundesarbeitsministers kontrovers diskutiert.

Als internationaler Gast nahm der irische Sänger und Afrikaexperte Sir Bob Geldorf an der von etwa 300 Gästen besuchten Veranstaltung teil. Geldorf forderte Unternehmen auf, ihre Gewinne nicht zu „maximieren, sondern zu optimieren“. Ohne die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung haben Unternehmen in Zukunft keine Chance auf den weltweiten Märkten, ist der Sänger überzeugt.