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Alkoholmissbrauch Jugendlicher steigt deutlich – REWE & toom führen neues Sicherheitssystem an den Kassen ein

Köln > Der Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen steigt besorgniserregend, und insbesondere die Zahl der Alkoholvergiftungen nimmt zu. Das berichtete die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing MdB, gestern bei der Vorstellung des Suchtberichts 2008. „Sucht und Drogenkonsum betreffen keine kleine Randgruppe der Gesellschaft“ betonte Bätzing. Während die 12-17-Jährigen 2005 noch 34 g reinen Alkohol pro Woche zu sich nahmen, waren es 2007 schon 50 g. Auch das sog. „Binge Drinking“ hat bei Jugendlichen stark zugenommen, d.h. der Konsum von fünf oder mehr alkoholhaltigen Getränken hintereinander. Bei der Befragung im vergangenen Jahr „bingten“ bereits 26% der Jugendlichen ein Mal im letzten Monat – im Vergleich zu 20% im Jahr 2005. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen von 10-20-Jährigen wegen Alkoholvergiftungen hat sich von 2000 bis 2006 mehr als verdoppelt. Kritisch äußerte sich die Bundesdrogenbeauftragte zur Alkoholwerbung, die teilweise ganz offensiv jugendliche Lebenswelten und Images anspreche und in der die negativen Folgen des übermäßigen Alkoholkonsums nicht vorkommen. Bätzing will sich für eine bessere Selbstkontrolle der Alkoholwerbung durch die Alkoholwirtschaft einsetzen.

Mit dem verstärkten Engagement für den Jugendschutz will die Kölner REWE Group der besorgniserregenden Entwicklung rund um den Alkoholkonsum von Jugendlichen begegnen. „Wir tun dies über die gesetzlichen Vorgaben hinaus“, betont dazu Jan Kunath, Leiter Vollsortiment National der REWE Group. „Als zweitgrößter Lebensmittelhändler Deutschlands handeln wir hierbei allein aus dem Bewusstsein unserer gesellschaftlichen Verantwortung heraus.“ Ansatzpunkt des REWE-Engagements ist die Umsetzung von Jugendschutzbestimmungen an den Kassen der über 2.500 REWE Märkte und 150 toom Verbraucher- und Getränkemärkte. Hier führt die genossenschaftliche Handelskette ein neues zweistufiges Sicherheitssystem ein:

Beim Kauf eines für Minderjährige nicht freigegebenen Produktes ertönt ab sofort an der Kasse ein akustisches Signal, das sich nach einem Fehlbon anhört. Dazu erscheint ein Hinweis auf dem Kassendisplay und die Kasse wird gesperrt. Erst nach Betätigen der Freigabetaste kann weiter kassiert werden. Die Marktmitarbeiter werden auf diese Weise eindrücklich darauf hingewiesen, bei der Abgabe von Alkohol, Tabakwaren oder Medien mit jugendgefährdenden Inhalten das Alter des Käufers zu kontrollieren.

Die REWE Group verbindet in verschiedenen Bereichen Corporate Social Responsibility mit dem Engagement für junge Menschen. So wird in den Märkten eine steigende Zahl von Schülerpraktikanten beschäftigt. Die eigenen Auszubildenden werden ausführlich über Risiken des Alkoholkonsums informiert. Die Marke REWE engagiert sich besonders für gesunde Ernährung und Bewegung und endet sich auch damit an junge Menschen. So gehört das Unternehmen zu den Gründungsmitgliedern des 5 am Tag e.V. und verteilte mit dem Verein zum Schulstart 2007/2008 bundesweit über 200.000 gesunde Schultüten an Erstklässler. Zu den weiteren Engagementbereichen gehören die Unterstützung der Tafelbewegung (seit 1993) und der Einsatz für Fair Trade (seit 1996).

Foto: Fabrice Debatty (Fotolia)