Nachrichten

Bütikofer: Selbstverpflichtungen der Unternehmen haben enttäuscht

Stuttgart > „Wenn Unternehmen Wert auf Freiwilligkeit legen, sollen sie auch liefern“, betont Reinhard Bütikofer, Bundesvorsitzender von Bündnis 90 / Die Grünen. Bei einer Pressekonferenz gestern im Rahmen der CSR-Konferenz „Forum EnviComm“ zeigte sich der Grünen-Politiker enttäuscht über das, was etwa aus der Selbstverpflichtung der Automobilindustrie zur CO2-Reduzierung geworden sei. Wenn Unternehmen den Verzicht auf ordnungspolitische Maßnahmen wollen, müssen sie ihre Selbstverpflichtungen erfüllen, so Bütikofer. Zugleich müsse der Staat in allen Bereichen seines eigenen Handelns mit gutem Beispiel voran gehen.

Corporate Social Responsibility bezeichnete der Bundesvorsitzende der Grünen als ein wichtiges Instrument für das Risikomanagement von Unternehmen. Für einen wichtigen Hebel zur Einforderung von CSR-Strategien hält Bütikofer die Finanzmärkte und setzt darauf, dass zukünftig bei der Unternehmensbewertung im Rahmen der Kreditvergabe auch CSR-Kriterien abgefragt werden.

Bütikofer forderte eine „neue Logik der Wertschöpfungskette“. Der Bedarf an Arbeitsplätzen und der Erhalt der Natur dürften nicht gegeneinander stehen. Wer dieses Gleichgewicht nicht beachte, betreibe CSR als „Fassadenbegrünung“. In Bezug auf die aktuelle Diskussion über den Erhalt der Biodiversität sieht Bütikofer die Unternehmen in der Verantwortung. „Zahlreiche populäre und erfolgreiche Medikamente haben ihre Basis in einem Gen-Pool, den die Natur in Länder der Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung stellt“, betonte der Grünen-Politiker. Gebraucht würden internationale Regelungen dazu, wie hier ein Vorteilsausgleich herbeigeführt werden könne. Es müsse für Länder wie Brasilien auch wirtschaftlich interessant sein, den Regenwald zu erhalten.

Ein klares Unternehmensbekenntnis zur Corporate Social Responsibility forderte Wolfgang Scheunemann, Geschäftsführer von dokeo und Veranstalter des „Forum EnviComm“. „Unternehmen müssen klar sagen, wofür sie stehen“, so Scheunemann. Unglaubwürdiges Verhalten wirke sich zwar nicht unmittelbar auf Umsätze aus, wohl aber auf die Unternehmensreputation.

Hinterlassen Sie einen Kommentar