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CSR Services von Ernst & Young – Betriebliche Klimastrategie

Aufgrund des voranschreitenden Klimawandels und seiner dramatischen Auswirkungen gehört, unabhängig von branchenspezifischen CSR-Leistungen, eine betriebliche Strategie zur Reduktion der Treibhausgasemissionen zum fixen Bestandteil der Nachhaltigkeitsagenda sämtlicher Unternehmen nahezu aller Branchen. Je nach Größenordnung der emittierten Treibhausgase des Unternehmens bzw. der Produkte oder Dienstleistungen, ist die Entwicklung einer Klimastrategie zur Reduktion des unternehmerischen Energie-Fußabdrucks empfehlenswert. Eine mögliche Vorgehensweise zur strukturierten Erarbeitung einer betrieblichen Klimastrategie ist nachfolgend in vier Schritten beschrieben.

1. Analyse der spezifischen Ausgangssituation
Ausgehend von den jeweiligen Unternehmenszielen und -strategien wird als erster Schritt eine Situationsanalyse der klimarelevanten Einflussfaktoren auf das Unternehmen durchgeführt. Dabei gilt es, relevante nationale oder internationale Regulierungen zu beachten, denen aktuell oder in vorhersehbarer Zukunft entsprochen werden muss. Darüber hinaus sind potenzielle Chancen für das Unternehmen zu identifizieren: Welche Möglichkeiten bzw. finanziellen Vorteile könnten sich aus einer klimafreundlichen Ausrichtung und verbesserten Reputation ergeben? Gleichzeitig müssen mögliche Risiken bestimmt werden: Sind Tätigkeiten des Unternehmens durch die Konsequenzen des Klimawandels gefährdet und welche finanziellen Auswirkungen könnte dies nach sich ziehen? Ein wichtiges Element sind auch die Erwartungen der unterschiedlichen Stakeholder an die Klimaschutzaktivitäten des Unternehmens sowie relevante Trends und Entwicklungen. Die Zusammenführung dieser Kriterien ergibt das spezifische Ausgangsszenario für eine betriebliche Klimastrategie im Einklang mit den Unternehmenszielen.

2. Bestandsaufnahme der Treibhausgasemissionen
Als zweiter Schritt erfolgt die Bestandsaufnahme der Treibhausgasemissionen des Unternehmens bzw. seiner Produkte oder Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette. Zur Erstellung einer solchen Treibhausgasinventur werden üblicherweise einerseits nationale Treibhausgasdatenbanken mit einer Vielzahl berechneter Emissionsdaten von Prozessen und Produkten und andererseits internationale Berechnungsanleitungen herangezogen. Der international am weitesten verbreitete Leitfaden zur Erstellung einer Treibhausgasinventur ist der „Corporate Accounting and Reporting Standard“ der Greenhouse Gas Initiative, des World Resources Institute (WRI) und des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD). Nach diesem Standard setzt sich die Inventur sowohl aus den direkt als auch aus den indirekt verursachten Treibhausgasemissionen zusammen. Die direkten Emissionen werden vom Unternehmen selbst verursacht und können meist ohne Schwierigkeiten ermittelt werden (z.B. Emissionen durch die Produktion oder des Fuhrparks u.v.m.). Die indirekten Emissionen hingegen stammen von sämtlichen Prozessen, die zur Erbringung der Unternehmensleistung notwendig sind bzw. die bei der Gewinnung und Nutzung der Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens entstehen. Lange Lieferketten mit zahlreichen Produktionsschritten oder vielfältige Produktverwendungen machen diese Ermittlung oft zu einer sehr aufwendigen und komplexen Angelegenheit. Einige Unternehmen verzichten aus diesem Grund auf eine vollständige Analyse und konzentrieren sich primär auf jene vor- oder nachgelagerten Emissionsquellen, die den höchsten Anteil an den indirekten Emissionen ausmachen und somit auch das höchste Potenzial für Reduktionsmaßnahmen bieten (z.B. Fokus auf indirekte Emissionen, die durch die Nutzung der Produkte des Unternehmens entstehen).

3. Erstellung und Umsetzung der Klimastrategie
Die analysierte Ausgangssituation sowie die Bestandsaufnahme und die dabei identifizierten Ansatzmöglichkeiten zur Reduktion der Treibhausgasemissionen ermöglichen nun im dritten Schritt die Erstellung sowie Umsetzung der unternehmensspezifischen Klimastrategie. Sie ist als Rahmenplan zu verstehen und liefert die Grundlage für einen Aktionsplan mit konkreten Zielvorgaben für sinnvolle Reduktionsmaßnahmen und den dazu notwendigen Handlungen. Die Möglichkeiten dieses Aktionsplans und der Reduktion der Treibhausgasemissionen sind vielgestaltig und können sich u.a. auf eine Reduzierung des allgemeinen Energieverbrauchs des Unternehmens, einen Wechsel zu Lieferanten erneuerbarer Energien, eine Reduktion der produktbezogenen Emissionen, den Einsatz effizienterer Geräte oder auch auf unterschiedliche Verhaltensänderung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beziehen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit des „CO2-Offsettings“, also des Kaufs von Emissionszertifikaten. In Bezug auf die Erwartungshaltung der Stakeholder an Unternehmen hat sich jedoch herausgestellt, dass Offsetting-Maßnahmen vorwiegend als mögliche Ergänzung und weniger als Ersatz für eigene Reduktionsmaßnahmen eingesetzt werden sollten. Zur Festlegung der möglichen Reduktionsmaßnahmen ist es sinnvoll, in Vorfeld die finanzielle, praktische oder technische Machbarkeit sowie die „Klimaschutzwirkung“ zu prüfen. Ein kennzahlenbasiertes Monitoring zur laufenden Messung des Fortschritts der Reduktionsziele liefert schließlich die wichtigste Voraussetzung, um die erfolgreiche Umsetzung der Klimastrategie sicherzustellen.

4. Kommunikation der Maßnahmen
In Hinblick auf die Bedeutung einer transparenten Unternehmensführung ist es in einem letzten Schritt empfehlenswert, die Klimastrategie sowie entsprechende Aktivitäten an die relevanten Anspruchsgruppen des Unternehmens zu kommunizieren. Dazu bieten sich vielfältige Möglichkeiten an – von der Veröffentlichung in Nachhaltigkeitsberichten bis zur Deklaration der Treibhausgasemissionen auf den Produkten. Von Unternehmen wird verlangt, dass sie ihren angemessenen Beitrag für eine „klimafreundliche Gesellschaft“ leisten. Eine betriebliche Klimastrategie mit sinnvollen Maßnahmen ist eine wichtige Grundlage zur Erfüllung dieser Erwartungshaltung.

Ernst & Young unterstützt Sie gerne bei der vollständigen Konzeption einer betrieblichen Klimastrategie. Wir führen gemeinsam mit Ihnen z.B. eine Situationsanalyse der klimarelevanten Einflussfaktoren durch, erstellen eine Treibhausgasinventur und entwickeln darauf aufbauend eine unternehmensspezifische Klimastrategie samt Aktionsplan.

Für weitere Informationen rund um das Thema „Betriebliche Klimastrategie“ steht Ihnen gerne Thomas Kaissl zur Verfügung. Bei generellen Fragen zu unserem umfangreichen Dienstleistungsportfolio im CSR-Bereich wenden Sie sich bitte an Christian Pohl.