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BUND-Jahresbericht: Starker Mitgliederzuwachs bei der unternehmenskritischen Umweltorganisation

Berlin > Der Naturschutz gehört zu den zentralen Themen gesellschaftlicher Unternehmensverantwortung. Diskutiert wird derzeit besonders der Artenschutz – meist unter dem englischen Begriff Biodiversity. Zu den zentralen gesellschaftlichen Stakeholdern gehört der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der in dieser Woche seinen Jahresbericht 2007 vorstellt. Der Bericht belegt das große gesellschaftliche Interesse am Naturschutz. Der BUND wurde im vergangenen Jahr von über 405.000 Mitgliedern und Förderern unterstützt – mehr als jemals zuvor. Neben der Mitgliedsbeiträgen weitere 5,1 Millionen Euro konnte die Organisation auch ihre Spendeneinnahmen auf 5,6 Millionen Euro steigern – das sind 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Knapp vierzehn Millionen Euro konnte der BUND dadurch in den Natur- und Umweltschutz investieren. Neben dem Klimaschutz und der zukunftsverträglichen Energiepolitik legte der BUND einen Schwerpunkt auf die Bewahrung der Artenvielfalt. Zudem macht er sich für die Verabschiedung eines Umweltgesetzbuches stark, in dem u. a. der tatsächliche Ausgleich von Schäden an der Natur festgeschrieben werden soll. Zu den weiteren Themen des Verbandes gehören eine umweltfreundliche Verkehrspolitik, der Schutz vor Chemikalien und Gentech-Lebensmitteln und energieeffiziente.

Unternehmen und der Politik steht der BUND dabei oft als kritischer Dialogpartner gegenüber. So hielten Mitglieder der Organisation zum Auftakt der UN-Naturschutzkonferenz im Mai in Bonn eine Mahnwache für mehr Unternehmensverantwortung beim Artenschutz. „Rotbauchunke und Löffelente, Kleine Hufeisennase und Schwalbenschwanz-Schmetterling, Seeadler und Bachforelle – sie alle leiden unter den wirtschaftlichen Aktivitäten großer Unternehmen. Und diese Arten stehen nur für abertausende andere Tiere und Pflanzen, die oft keine Überlebenschance haben, weil kurzfristige ökonomische Interessen vor den Schutz unserer Lebensgrundlagen gestellt wurden“, sagte dazu der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Im Zweifel entscheiden Management und Aufsichtsgremien vieler Unternehmen gegen den Schutz seltener und bedrohter Arten, ist der BUND überzeugt. Deshalb solle den Unternehmen möglichst bald auferlegt werden, sämtliche Umweltauswirkungen ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten in den Unternehmensberichten auszuweisen. Zudem setzt sich der BUND dafür ein, die Wirtschaftsförderung, die öffentliche Auftragsvergabe und das öffentliche Beschaffungswesen an ökologische und naturschutzfachliche Kriterien zu binden.

Der BUND-Jahresbericht 2007 im Internet:
www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/sonstiges/20080730_sonstiges_jahresbericht_2007.pdf

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