Nachrichten Partnermeldungen

Zur Ausbildung von Studierenden in der Wirtschaftswissenschaft gehört Unternehmens- und Wirtschaftsethik

Vom 24. – 26. Juli 2008 arbeiteten Studierende, HochschullehrerInnen und UnternehmensvertreterInnen aus Wirtschaftswissenschaft, Philosophie, Soziologie, Pädagogik, Naturwissenschaften und Theologie gemeinsam im interdisziplinären ethics education workshop des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. und der amina Stiftung zum Warum? Wie? und Wo? einer Ethikausbildung in den wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen.

In einem Mix aus World-Café, Vorträgen und Arbeitskreisen diskutierten die TeilnehmerInnen die Gründe für die Relevanz der Unternehmens- und Wirtschaftsethik in der wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung und befassten sich mit den Ansprüchen der Stakeholder. Einig waren sich die TeilnehmerInnen, dass über fachspezifisches Wissen hinaus von den zukünftigen Arbeitgebern heute vor allem Entscheidungskompetenz bei Absolventen gefordert wird. Zur Entscheidungskompetenz gehört aber auch die ethische Kompetenz und die Reflexionsfähigkeit – damit stellt sich die Frage nach der Angemessenheit der zumeist „ethikfreien“ wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung. Die WorkshopteilnehmerInnen sahen in dieser Beschränkung die Gefahr einer Reduktion von Bildung auf Ausbildung auf die Herstellung von Arbeitsmarktfähigkeit bzw. „Employability“ und somit des Verlustes des Humboldtschen Bildungsideals.

Themen der Arbeitskreise waren u.a., welche Rolle die theoretischen Voraussetzungen der Wirtschaftswissenschaften spielen, und welche Erfahrungen und Konzepte in der Didaktik der unternehmens- und wirtschaftsethischen Ausbildung existieren, die von klassischen Fallstudien über Methoden der Kulturarbeit reichen. Es wurde auch erörtert, welche Rolle die soziale Praxis von Studierenden in Unternehmen, „Community-Service-Learning-Projekte“, oder die Einbeziehung der Erfahrung von Unternehmerinnen und Unternehmern in die Lehrveranstaltungen als Quelle oder Anstoß für die Einbeziehung oder Entwicklung ethischen Wissens spielen.

Prof. Dr. Detlef Horster von der Leibniz Universität Hannover und Prof. Dr. Walter Pfannkuche von der Universität Kassel gaben in Ihren Vorträgen „Zur Natur ethischen Wissens“ und „Unterwegs zu einer Ethik der Globalisierung“ einen Einblick in die aktuelle philosophische Diskussion von Moral und Ethik in einer globalisierten Welt.

Die TeilnehmerInnen werden in Zukunft auf einer gemeinsamen Internet-Plattform Lehrmaterialien und Erfahrungen im Bereich der Lehre der Unternehmens- und Wirtschaftsethik austauschen und Möglichkeiten der Implementierung der Principles for Responsible Management Education (PRME) an ihren jeweiligen Hochschulen diskutieren.

Die amina-Stiftung plant, die workshop-community in ihren zukünftigen Projekten und Veranstaltungen weiterhin zu unterstützen. In diesen wollen die TeilnehmerInnen weiterhin Eckpunkte für fachspezifische Curricula ausarbeiten, die Ethik-Ausbildung in anderen Disziplinen thematisieren sowie ihre Aktivitäten und Kommunikationen internationalisieren.

Für Fragen zum Workshop oder bei Interesse einer Mitarbeit stehen Frau PD Dr. Michaela Haase (michaela.haase@fu-berlin.de) und Sabine Mirkovic (mirkovic@euv-frankfurt-o.de) gerne zur Verfügung.

Finanzielle Unterstützung erhielt der workshop von der amina Stiftung. Die amina Stiftung kooperiert seit 2007 deutschlandweit mit Unternehmen und Hochschulen, um ethisches Unternehmertum und verantwortliches Wirtschaften bei den Führungskräften der Gegenwart und Zukunft zu stärken. . www.amina-stiftung.de