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Vielfalt als Chance

Globale Unternehmen spiegeln mit ihren international zusammengesetzten Belegschaften die Vielfalt der Kulturen der Welt. Doch nur wenn diese Vielfalt im eigenen Unternehmen gezielt gefördert wird, wird die Unterschiedlichkeit zu einem Gewinn. Die Arcandor AG begreift kulturelle Vielfalt als Chance und hat deshalb die Charta der Vielfalt unterzeichnet.

Das Lied singt man in Deutschland doch schon seit Generationen, was willst du da erreichen?“, fragten Kollegen Dennis Obiegbu, der in der Kinderbuchabteilung von Karstadt das Buch Zehn kleine Negerlein in die Hände bekam und den Einkaufsleiter auf die problematische Lektüre hinwies. Immerhin sterben in dem Buch zehn Afrikaner, als dumme Farbige dargestellt, von fröhlicher Melodie besungen. Dennis Obiegbu, der als junger Mann aus Nigeria flüchtete, heute mit deutscher Frau und Kindern in Essen lebt und in der Corporate Service Group, dem Konzerneinkauf der Arcandor AG arbeitet, hatte auf einen wunden Punkt hingewiesen, dem gegenüber man hier zunächst blind gewesen war. Die Folge: Karstadt nahm das Buch aus dem Sortiment.

Ein kleines Beispiel positiv verstandener Globalisierung und ein Beweis für die konstruktive Haltung der Arcandor AG zum Diversity Management: „Die kulturelle Vielfalt unserer internationalen Belegschaft erkennen wir als große Chance. Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, Denkweisen und Erfahrungen erhalten deshalb bei Arcandor die Möglichkeit, ihre individuellen Potenziale zu entwickeln. Nur wenn sich jeder Einzelne bestätigt fühlt, erzielen wir innovative und kreative Lösungen in unserem Konzern – ganz nach dem Motto: jeder zählt‘“, ist im Arcandor-Nachhaltigkeitsbericht zu lesen, der im September erscheinen wird. So ist die Arcandor AG auch bemüht, Vielfalt sichtbar zu machen: Seit 2007 veröffentlicht der Konzern mit dem Autoren-Netzwerk Culture Counts sowie der international tätigen Agentur Zeitenspiegel Reportagen und Beiträge zur kulturellen Vielfalt im Konzern. Mit Die Sprache von Mode und Design ist im gleichen Jahr ein erstes Buchprojekt zum Thema realisiert worden.

Darüber hinaus hat die Arcandor AG als zentraler Projektpartner die Entwicklung der Toolbox Internationale Kooperationskompetenzen der Bertelsmann Stiftung mit finanziellen Mitteln unterstützt und zu¬dem eigene Erfahrungen in der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit eingebracht. Die Instrumente der Toolbox fokussieren Konfliktfelder wie Gegensei¬tigkeit, Informationsfluss und Wahrnehmung von Differenzen und helfen, die Kooperationskompetenz in der internationalen Zusammenarbeit von Unternehmen zu verbessern. Neben dem Einsatz für eine offene Unternehmenskultur engagiert sich die Arcandor AG auch für den Erhalt der biologischen Artenvielfalt: 2007 ist Arcandor der Naturallianz unter der Schirmherrschaft des Bundesministe¬riums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit beigetreten und hat sich im Dezember 2007 beim ersten Nationalen Forum zur biologischen Vielfalt in Berlin aktiv in die Expertendiskussion zur Umsetzung der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt eingebracht. Zudem hat Arcandor bei einem Testlauf mit verbrauchs- und umweltfreundlichen Fuhrparkfahrzeugen ihre Mitarbeiter für die Nutzung umweltschonender Fahrzeuge sensibilisieren können. Aufgrund der positiven Reaktion der Mitarbeiter und der überzeugenden Verbrauchswerte hat der Konzern darauf ein nachhaltiges Fuhrparkmanagement eingeführt.

Im Juni 2008 hat sich die Arcandor AG der 2006 ins Leben gerufenen Initiative Diversity als Chance – Die Charta der Vielfalt der Unternehmen in Deutschland angeschlossen und sich damit verpflichtet, die Vielfalt ihrer Belegschaft, Kundschaft und Geschäftspartner anzuerkennen, wertzuschätzen und zu fördern – unabhängig von Alter, Geschlecht, Behinderung, Rasse, Religion, Nationalität, ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung und Identität. Bei der Überreichung der Urkunde an Dr. Matthias Bellmann, verantwortlicher Vorstand für Personal und Gesellschaftspolitik bei der Arcandor AG, in Düsseldorf sagte Prof. Dr. Maria Böhmer, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung: „Angesichts des demografischen Wandels und des bereits jetzt von der Wirtschaft beklagten Mangels an qualifizierten Fachkräften kommt es darauf an, die vorhandenen Potenziale von Menschen unterschiedlicher Herkunft besser auszuschöpfen. Unternehmen, die die kulturelle Vielfalt ihrer Belegschaft fördern und nutzen, haben Wettbewerbsvorteile: Ihnen gelingt es leichter, Kunden mit Zuwanderungshintergrund anzusprechen oder sich neue Absatzmärkte im Ausland aufzubauen.“ Als Unterzeichner der Charta der Vielfalt hat die Arcandor AG zusammen mit anderen Unternehmen bereits geholfen, das von der Initiative gesetzte Ziel zu verwirklichen: Unternehmen und öffentliche Einrichtungen für die Einführung einer Unternehmenskultur zu gewinnen, die auf Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt beruht.

Der Verfasser Sascha Hellmann ist freier Mitarbeiter bei changeX.
Beitrag zuerst erschienen bei changeX.

Foto: Charta der Vielfalt:Prof. Dr. Maria Böhmer, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration überreicht Dr. Matthias Bellmann, Vorstand ARCANDOR AG, die Unterzeichnerurkunde am 9. Juni 2008 in Düsseldorf. Rechts Dr. Uwe Franke, Vorstandsvorsitzender Deutsche BP AG. (Udo Geisler)