Nachrichten Partnermeldungen

Chemie-Sozialpartner verständigen sich auf Ethik-Kodex

Die Sozialpartner in der chemischen Industrie haben sich auf einen gemeinsamen Ethik-Kodex verständigt. Die „Leitlinien für verantwortliches Handeln in der Sozialen Marktwirtschaft“ sollen werteorientiertes, faires Verhalten fördern und dem nachlassenden Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft entgegenwirken.

Das teilten die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) Mitte August mit. Die gemeinsamen Leitlinien sind das Ergebnis einer Workshop-Reihe, an der 250 Vertreter aus der Chemie-Industrie mitarbeiteten. Laut IG BCE und BAVC gibt es mit den Leitlinien erstmals gemeinsam formulierte ethische Grundsätze für eine gesamte Branche. Beide Organisationen wollen sich in ihrer künftigen Arbeit daran orientieren.

Mit den in fünf Themenbereichen unterteilten Leitlinien bekennen sich die Sozialpartner unter anderem zum Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. „IG BCE und BAVC setzen sich für ein neues gesellschaftliches Gleichgewicht ein, das auf der Akzeptanz von ökonomischen, sozialen und ökologischen Bedürfnissen beruht“, heißt es in der Präambel des Dokuments. Außerdem sprechen sich die Sozialpartner für Respekt, Vertrauen und Verantwortung als Voraussetzungen für „gute Arbeit“ sowie für eine faire Gestaltung der Globalisierung aus.

Zur Förderung des verantwortlichen Handelns wollen die Chemie-Sozialpartner unter anderem Dialogprozesse auf betrieblicher Ebene initiieren und eine Chemie-Sozialpartner-Akademie als neue gemeinsame Einrichtung von IG BCE und BAVC gründen. Die Akademie soll vor allem für junge Betriebsräte und Führungskräfte Schulungsreihen zu wirtschaftsethischen Themen anbieten.

Die Sozialpartner-Akademie wird laut Eggert Voscherau, Präsident des BAVC, „dafür sorgen, dass das Bewusstsein für wirtschaftsethisches Verhalten geschärft wird“. Der Kodex sei kein Lippenbekenntnis, sondern der ernsthafte Versuch, der Vertrauenskrise der Sozialen Marktwirtschaft entgegenzuwirken. IG BCE-Vorsitzender Hubertus Schmoldt forderte angesichts dieser Krise „eine neue gesellschaftliche Übereinkunft, an welchen Werten sich verantwortliches Handeln orientieren muss“. Er erwarte, „dass der Geist dieser Vereinbarung Wirkungskraft im betrieblichen Alltag entfaltet und Einfluss nimmt auf das Klima in den Unternehmen unserer Branche“.

Lesen Sie mehr unter:
http://www.nachhaltigkeitsrat.de/index.php?id=3848