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real,- kombiniert Jugendschutz mit Kassenwarnsystem und eLearning

Mönchengladbach > Markus Jablonski ist Pressesprecher bei real,- und mehr als zufrieden: Gestern Vormittag besuchte die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing den real,-Markt in Mönchengladbach und lernte dort die „Initiative 18+“ kennen. Und um 14.00 Uhr sendete das ZDF bereits einen Beitrag dazu in seinen Nachrichten. Dass der Besuch der Bundesdrogenbeauftragten in dem SB-Markt ein großes Medieninteresse auslöste lag am Thema, denn es ging um Jugendschutz und besonders um den Alkoholmissbrauch. Aber es lag auch daran, dass sich real,- gemeinsam mit dem Spirituosenhersteller Diageo etwas wirklich Besonderes einfallen ließ: das Kassenwarnsystem, verbunden mit einem eLearning-Angebot für die Marktmitarbeiter.

Das eLearning hat real,- zu einer wichtigen Säule seiner betrieblichen Weiterbildung gemacht. 26 Kurse aus der Welt des Supermarktes umfasst ein im vergangenen Jahr aufgebautes System. Dabei verwendet real,- keine Lösung von der Stange, sondern passt sein eLearning-Angebot den Bedürfnissen von Mitarbeitern an, die beruflich sonst nicht am Computer arbeiten. In jedem real,-Markt gibt es einen eLearning-Partner, der seine Kollegen zur Teilnahme an dem Kurs motiviert. Dafür wird ihnen ein Raum und Zeit innerhalb der Arbeitszeit zur Verfügung gestellt. „Die Resonanz auf das Angebot ist überwältigend“, findet Olaf Bursian, der das eLearning mit entwickelt hat. Bei 40.000 Marktmitarbeitern verzeichnet der digitale Kurs nach 16 Monaten bereits 65.000 Teilnahmen, wobei zu berücksichtigen ist, dass ein Mitarbeiter mehrere Kurse besuchen kann. Diese Teilnehmerzahl entspricht einer effektiven Lernzeit von 5.000 Stunden. real,- hält die Resonanz auf sein Angebot nach, kontrolliert aber nicht, welche Mitarbeiter die Kurse besuchen. Für das Unternehmen ist eLearning ein zentraler Business-Case, denn die Schulung ist eine effektive und zugleich kostengünstige und zusätzliche Möglichkeit der Mitarbeiterfortbildung.

In einem Themenspektrum von Kundenorientierung bis zur Warenkunde findet sich auch der Kurs zum Thema Alkohol und Jugendschutz. Wer in diesen Kurs einsteigt, trifft zunächst aufrüttelnde Schlagzeilen aus der Bild-Zeitung zum Thema Komasaufen. Das weckt ein Empfinden für das Missbrauchspotential von Alkohol. Und er erinnert unmissverständlich an das, was nicht passieren soll: Dass nämlich Jugendliche den Alkohol für den exzessiven Konsum in einem real,-Markt kaufen und das Unternehmen mit in die Schlagzeilen gerät. Der Kurs vermittelt dann didaktisch gut aufbereitet Informationen zu den verschiedenen Altersgrenzen im Jugendschutz. Er konfrontiert das Kassenpersonal mit den häufigsten Ausreden von Jugendlichen und zeigt Handlungsalternativen für solche Situationen. Und er bietet am Ende eine Lernkontrolle.

Besonders effektiv erscheint die Kombination dieses Kurses mit einem Kassenwarnsystem, das Altersgrenzen zu allen Produktgruppen umfasst, also etwa auch zu Zigaretten oder Videos. Das System muss einfach zu bedienen sein, denn eine Million Kunden passieren die Kassen von real,- täglich. Bereits im Warenwirtschaftssystem werden die Altersgrenzen nach den Bestimmungen des Jugendschutzsystems eingepflegt. An der Kasse erscheint beim Ablesen des Warencodes ein Hinweis darauf und es ertönt ein zusätzlicher Signalton. Die Kassenmitarbeiter müssen nun bestätigen, dass der Kunde den Altersgrenzen entspricht, bevor sie weiterkassieren können. Und sie sind von der Geschäftsführung dazu angehalten, sich im Zweifel den Personalausweis der jungen Kunden zeigen zu lassen. Hat die Kasse einmal erkannt, welche Altersgrenzen für den Kunden gelten, braucht dies im weiteren Kassiervorgang nicht erneut eingegeben zu werden. Und so kommt real,-Mitarbeiter Christian Gosselk auch mit den Jugendschutzkontrollen zügig im Kassiervorgang voran, als er das neue System vorstellt. Diese Art von Jugendschutz funktioniert ähnlich bei den SB-Kassen, die real,- entwickelt hat. Hier können die Kunden ihre Waren sozusagen selbst einscannen und einpacken und den Kassenzettel drucken. Bei Produkten mit Altersgrenzen nach dem Jugendschutzgesetz muss jedoch das Aufsichtspersonal tätig werden und wiederum das Kundenalter bestätigen.

real,- möchte seine Entwicklung nicht exklusiv für sich behalten. „Wir möchten, dass sich andere Unternehmen diesem Beispiel anschließen“, betont Markus Jablonski. So sieht es auch die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing, die nach ihrem gestrigen Rundgang betonte: „Ich fordere den Hauptverband des Einzelhandels und seine Mitglieder auf, diesem vorbildlichen Beispiel von real,- und Diageo deutschlandweit zu folgen.“ Jugendschutz ist eine gesetzliche Verpflichtung. Wer sich hier als Vorreiter Neues einfallen lässt und über das gesetzlich geforderte hinausgeht, dessen Engagement lässt sich im Bereich Corporate Social Responsibility verbuchen.

Foto: Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (3. von links) gestern im real,- in Mönchengladbach (real,-)

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