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Sozial verantwortliche Investments: Studie benennt Barrieren

Wenn Investoren Anlagemöglichkeiten begutachten, spielen Umwelt und Soziales ebenso wie Aspekte der guten Unternehmensführung immer noch eine untergeordnete Rolle. Die us-amerikanische Non-Profit-Organisation Business for Social Responsibility (BSR) hat nun die Gründe untersucht und dabei Barrieren ausgemacht, die der Berücksichtigung dieser sogenannten ESG-Kriterien (engl.: environmental, social and governance criteria) noch entgegenstehen.

Die erste Hürde ist demnach ein Mangel an Daten. So fehlen laut BSR weiterhin belastbare Belege, die einen positiven Zusammenhang zwischen sozial und ökologisch verantwortlichen Unternehmensstrategien und der erzielten Rendite nachweisen. Viele Investoren bleiben daher der Studie zufolge skeptisch und lassen ESG-Kriterien unberücksichtigt. Als weitere Hürde gilt das Fehlen weithin anerkannter Standards, die nachvollziehbar Auskunft über die ESG-Leistung eines Unternehmens geben. Anleger könnten dadurch unterschiedliche Leistungen nicht vergleichen, so die Studie.

Hinzu käme der Druck der Märkte, der kurzfristige Gewinne einfordere und so mit dem eher langfristigen ESG-Ansatz konkurriere. Außerdem fehle den Anlegern häufig der nötige Sachverstand, so die Autoren. Investoren wüssten zwar betriebswirtschaftliche Kennzahlen zu deuten, für die Überprüfung von Umwelt- und Sozialaspekten seien sie jedoch nicht geschult. Außerdem macht die Studie unter den professionellen Anlegern einen gewissen Zynismus gegenüber den ESG-Kriterien aus. Deren positiver Einfluss auf die Unternehmensleistung werde in Abrede gestellt oder ignoriert – aus Mangel an Informationen oder dem Unwillen, sich von bisherigen Denkmustern zu lösen.

Gerade diese Haltung ist laut BSR die Haupthürde für die Berücksichtigung von ESG-Kriterien bei Investitionsentscheidungen. Die Berater empfehlen daher, Umwelt- und Sozialaspekte mit harten Fakten zu unterlegen – also etwa mit Beispielen, die zeigen, dass Unternehmen, die diese Aspekte berücksichtigen, auch wirtschaftlich besser fahren. Außerdem schlägt die Organisation eine andere Terminologie vor: So sollten ESG-Kriterien nicht mehr als „nicht-finanzielle“, sondern als „extra-finanzielle“ Kriterien geführt werden. Das könnte den Eindruck vermeiden helfen, ESG-Aspekte seien nicht substantiell.

Die Unternehmen ihrerseits sollten sich zudem bei der Berichterstattung stärker als bisher an Vorgaben wie denen der Global Reporting Initiative orientieren, um die Vergleichbarkeit für Investoren zu erleichtern. Gleichzeitig müsste die Ausbildung der Anlageprofis um ESG-Wissen erweitert werden. Und schließlich brauche es mehr Forschung, die belastbar belegt, was unter vielen Investoren noch als unbewiesen gilt: Dass sich die Berücksichtigung von ESG-Kriterien für die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens auszahlt.

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