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CSR bei kleinen Mittelständlern: stark, regional verwurzelt und wenig differenziert

München > Kleine Unternehmen haben ein hohes Bewusstsein für die Bedeutung gesellschaftlichen Engagements. 53 Prozent der kleinen Mittelständler sprechen sich für ein gesellschaftliches Engagement aus, lediglich 5 Prozent halten davon nichts. Beliebteste Zielgruppe sind mit 63 Prozent Kinder, mit 56 Prozent Jugendliche, mit 45 Prozent das regionale Leben, die Umwelt mit 40 Prozent und ‚Sozial Schwache‘ mit 29 Prozent. Das sind Ergebnisse einer Umfrage der Union Mittelständischer Unternehmen e.V. (UMU), die deutschlandweit etwa 70.000 kleine und mittlere Unternehmen vor allem bis zu 20 Mitarbeitern vertritt. 4.000 dieser Mittelständler hat die UMU befragt.

„Die Umfrage zeigt deutlich, dass Mittelständler sich ihrer unternehmerischen Verantwortung sehr bewusst sind. Dies sind inhabergeführte Unternehmen, sehr oft von der Unternehmerfamilie in zweiter und dritter Generation geführt, und sie sind in der Gesellschaft und ihrer Region verwurzelt“, betont UMU-Präsident Hermann Sturm. Für den Verband geht es auch darum, sich von der Kritik an Großunternehmen und ihrer fehlenden Corporate Social Responsibility abzusetzen. Es sei in Ordnung, das Fehlverhalten und fragwürdige Maßnahmen im Management von Großunternehmen zu benennen. „Es ist aber ein Skandal, wenn pauschal alle Unternehmer unter Generalverdacht gestellt und gemeinsam in den Topf des rücksichtslosen Ausbeuters geworfen werden“, so Sturm.

Während einerseits der Grad der Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung bei kleinen Mittelständlern durch ihre regionale Verankerung hoch ist, erscheint das Verständnis von CSR erweiterungsfähig. In den von der UMU vorgestellten Befragungsergebnissen bleibt CSR auf den Aspekt des Good Corporate Citizen beschränkt. Für diese Unternehmen schwer zu beeinflussende Themen wie etwa das Supply Chain Management bleiben außen vor. Auf die Frage nach den Formen gesellschaftlicher Verantwortungsübernahme steht das Sponsoring klar im Mittelpunkt, Sachspenden spielen eine gewissen Rolle, aber neuere Ansätze wie das Corporate Volunteering fehlen.

Der Mittelstand leistet mehr im Bereich der Corporate Social Responsibility, als er denkt. So verweist die UMU in der Vorstellung ihrer Studie ausdrücklich auf die Mitarbeiterförderung dieser kleinen Mittelständler, stellt diese aber nicht in einen Zusammenhang mit CSR. Mitarbeiterzufriedenheit ist für 96 Prozent der Mittelständler herausragend wichtig, und auch der Meinung der Mitarbeiter weisen 91 Prozent eine besondere Bedeutung zu. Sturm versichert: „Die meist sehr persönliche Beziehung in kleinen und mittleren Betrieben zu den Mitarbeitern sorgt dafür, dass es kein Lippenbekenntnis ist, wenn sie sagen, dass Mitarbeiter das höchste Gut eines Unternehmens sind.“ Ein Wehrmutstropfen jedoch bleibt: Gegenüber dem gesetzlich vorgeschriebenen Gremium Betriebsrat herrscht große Skepsis, 64 Prozent halten einen Betriebsrat nicht für wichtig.

Der Verband im Internet:
www.umu.de