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Dis-Ability Management bei Ford hilft dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern

Köln > Das gestern in Berlin zu Ende gegangene Internationale Disability Management Forum haben die Ford-Werke dreifach unterstützt: mit einer Flotte von Ford-Fahrzeugen zum Transport der Teilnehmer, mit dem Angebot einer Werksbesichtigung und mit einem Vortrag des für Personal- und Sozialwesen der Ford-Werke GmbH zuständigen Geschäftsführungsmitglieds Rainer Ludwig. Ludwig stellte den Disability Management Prozess seines Unternehmens vor. Dabei könnte dieser Prozess ebenso gut „Ability Management“ heißen:

Bei dem ganzheitlichen betrieblichen Wiedereingliederungsmanagement geht es vorwiegend um Mitarbeiter, die durch körperliche oder seelische oder auch soziale Störungen Einschränkungen ihrer Leistungsfähigkeit erleben. Häufig sind dabei körperliche Probleme etwa der Wirbelsäule. Eine Rolle spielen aber auch seelische Symptome wie Burn Out oder soziale Probleme wie eine Verschuldung. Entscheidend ist nun, dass die Ford-Disability-Manager nicht bei den Schwächen der Mitarbeiter ansetzen, sondern bei ihren Stärken. Das erklärt die Disability-Managerin Petra Zink so: „Wir richten unser Augenmerk auf die Fähigkeiten der Betroffenen und damit auf das, was diese Beschäftigten können und nicht auf das, was sie nicht mehr können. Das führt nicht nur zu einer größeren Selbstachtung und besseren Motivation der Betroffenen, sondern in der Folge auch zu wirtschaftlichen Vorteilen für das Unternehmen, dient also beiden Seiten“. Über die Jahre hinweg erreicht Ford eine durchschnittliche Wiedereingliederungsquote von rund 98 Prozent.

Arbeitnehmerausfälle wegen Erwerbsunfähigkeit sind für die Betroffenen und ihr Unternehmen ein großes Problem und je nach Beruf ist das Risiko unterschiedlich verteilt. Zu den Risikogruppen gehören Hilfsarbeiter; 36 Prozent der an sie gezahlten Renten sind Erwerbsunfähigkeitsrenten.

Ausgangspunkt für die Intervention der Disability-Manager können erfasste Fehlzeiten der Mitarbeiter sein. Mit den Mitarbeitern werden dahinter liegende Probleme ausführlich besprochen und gemeinsam mit Betriebsärzten Lösungsansätze entwickelt. Bei sozialen Problemen kann durchaus auch einmal eine Schuldnerberatung vermittelt werden. In Köln wurde 2003 der erste Disability Manager überhaupt bei Ford Europa eingesetzt. Seit 2006 wird das Disability Management durch ein „Consensus Based Disability Management Audit“ nach international anerkanntem Standard zertifiziert.

Foto: Ford-Werk Saarlouis (Ford)

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