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Ethikforum zur Finanzkrise: Fehlverhalten der Eliten

Köln – Der Informationsdienst „Wirtschaft und Ethik“ des Institus der deutschen Wirtschaft berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über das XXI. Wirtschaftsethische Forum, das am 22. September 2008 in Berlin stattfand. Veranstalter waren die Evangelische Akademie zu Berlin, die Katholische Akademie in Berlin und das Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Das Thema lautete: „Finanzmarktkrise und Fehlverhalten der Eliten“.

Die anwesenden Experten nannten als Gründe für die Entwicklungen auf den Finanzmärkten vor allem fehlendes Vertrauen, Unehrlichkeit und Verschleierung sowie falsche Anreize für die Finanzmarktakteure, aber auch das Versagen der staatlichen Aufsichtsbehörden, schreibt der Informationsdienst. Sie betonten zudem die Bedeutung der ordnungspolitischen Grundregeln, um die Gefahr von Krisen zu verringern. Wesentlich sei, dass Kompetenz und Haftung in einer Hand liegen müssten. Wer die Chancen habe, müsse auch für die Risiken einstehen. Dieses Prinzip werde zur Überwindung der Finanzkrise jetzt gebrochen – allerdings nur, weil dies auch bereits zuvor nicht mehr sichergestellt gewesen sei. Die komplexen Finanzinstrumente würden viele Zusammenhänge verschleiern und die Risiken auf weniger informierte Akteure übertragen.

Entscheidend seien aber die falschen Anreize innerhalb der Banken und Unternehmen, wenn extrem risikoreiches Investieren mit hohen Bonuszahlungen belohnt werde, ohne dass die Risiken von den Personen selber getragen werden müssten. Mit Compliance- oder Integrity-Managementsystemen würden nun viele Unternehmen versuchen, gegenzusteuern. Die von den Referenten des Forums formulierten Lösungsansätze zielten letztlich, so der Informationsdienst, auf die Individualethik (mehr Ehrlichkeit), Unternehmensethik (Wertemanagement) und Ordnungsethik (mehr Transparenz).

www.wirtschaft-und-ethik.de

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