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NRW denkt nach(haltig): Mikroförderung für Projekte vor Ort

Sponsored by Arcandor AG

Seit einigen Wochen ist es beschlossene Sache: Der neue Partner von NRW denkt nach(haltig), die Firma Arcandor, ermöglicht in diesem Jahr erstmals die Mikroförderung von Projekten. Wer sein Projekt bei NRW denkt nach(haltig) anmeldet, egal ob als freien Projektbeitrag oder als Veranstaltung, und den Teilnahmebedingungen entspricht, kann einen Antrag auf Mikroförderung stellen. Dieser sollte in der Regel die Summe von 250 € nicht überschreiten und dient in erster Linie der Ergänzung vorhandener Projektmittel. Einrichtungen, die also zum Beispiel Unterstützung suchen für das Honorar eines Redners, für Reisekosten oder für einen kleineren Druckauftrag, sollten sich im Kapitel „Mikroförderung“ über die Bedingungen informieren und einen formlosen Antrag – wie dort beschrieben – an das Projektbüro schicken.

Lesen Sie dazu mehr im Interview „Das Wesen der Verantwortung“ mit Frau Dr. Alexandra Hildebrandt / Leiterin Gesellschaftspolitik der Arcandor AG:

„Das Wesen der Verantwortung“: Warum engagiert sich Arcandor auf dem Feld der Nachhaltigkeit?

Das ist, mit Fontane gesprochen, „ein weites Feld“, und je nach Perspektive ändern sich die Antworten. Die Basis aber ist gleich: Es gehört selbstverständlich zur vorrangigen Aufgabe eines Unternehmens, Gewinne zu erwirtschaften und profitables Wachstum zu erzeugen. Sie sind lebenswichtig wie das Blut in unserem Körper, machen aber nicht den Sinn des Lebens aus. Ein wesentlicher Nährstoff für Menschen und Unternehmen sind Werte, die im persönlichen und kollektiven Bewusstsein verankert sind. Ich stimme Patricia Aburdine zu: „Bewusstsein ist heute so wertvoll für ein Unternehmen wie Kapital, Energie oder sogar Technologie.“ Auch ist die Zahl der moralisch sensiblen Konsumenten in den vergangenen Jahren stetig angewachsen. Sie entscheiden nicht nur nach dem Geld. Auch Image, Marke und Moral sind entscheidend. Die Vertrauenswürdigkeit eines Unternehmens ist deshalb ebenso ein wesentlicher Teil seines Kapitals, denn wenn es sich gegenüber seinen Anspruchsgruppen moralisch korrekt verhält, muss es weniger Skandale fürchten. Ist sein gutes Images gefährdet, droht ihm Konsumentenabstinenz oder -boykott. Damit sinken Umsatz und Gewinn.

Der Name „ARCANDOR“ – „Arc“ heisst in verschiedenen Sprachen „Bogen“ und lat. „candor“ bedeutet glänzend – unterstreicht den Anspruch und die Verpflichtung, Mehrwert(e) zu schaffen: „Committed to creating value“. Allerdings bleibt diese Verpflichtung eine Pflicht, wenn sie nicht mit Engagement, Emotionen und Enthusiasmus verbunden ist. Sie können nicht verordnet, sondern nur gelebt werden. Das verweist auch auf Ihre Ausgangsfrage: Ein Unternehmen als abstraktes Gebilde kann sich nicht engagieren, sondern lediglich Menschen, die für dieses Unternehmen tätig sind. Dieses Herunterbrechen des Themas auf Augenhöhe ist unbedingt notwendig, wenn wir uns und andere „nachhaltig“ bewegen wollen. In unseren Nachhaltigkeitsleitlinien stehen allgemein gültige Sätze, die Antwort geben auf Ihre Frage, aber wir müssen uns bewusst sein, dass dies die Sprache unserer Tätigkeitsberichte ist – die andere ist die Sprache des Lebens:

„Als weltweit vernetzter Konzern nimmt die Arcandor AG über ihre Beteiligungen täglich Einfluss auf die Arbeits- und Lebensgestaltung von Kunden, Mitarbeitern, Dienstleistern, Lieferanten und Kapitaleignern. Soziale Verantwortung und Umweltschutz sind fest in unserer Wertschöpfungskette verankert. Dabei arbeiten wir aktiv an der Weiterentwicklung internationaler Umwelt- und Sozialstandards und unterstützen konsequent deren Einhaltung. Im gesellschaftlichen Dialog setzen wir auf Offenheit, Toleranz und Kooperation. Den Gedanken der Nachhaltigkeit hat die Arcandor AG fest in ihren Organisations- und Managementsystemen integriert. Im Zuge der Umstrukturierung des Konzerns hat die Arcandor AG die Verantwortungs- und Zuständigkeitsbereiche im konzernweiten Nachhaltigkeitsmanagement neu definiert. Damit schafft der Konzern angemessene Strukturen, um eine nachhaltige Unternehmensführung von der Strategie bis zur Umsetzung voranzutreiben.“

Wie sieht diese Struktur konkret aus?

Der Konzernvorstand der Arcandor AG trägt die Gesamtverantwortung für die Nachhaltigkeitspolitik und richtet seine Geschäftspolitik nach den Anforderungen ökologisch und gesellschaftlich verantwortlichen Wirtschaftens aus. Im Auftrag des Konzernvorstands fungiert ein Nachhaltigkeitscouncil als konzernweites Beratungs- und Empfehlungsgremium bei sämtlichen ökologischen wie gesellschaftlichen Angelegenheiten der Arcandor AG. Das konzernübergreifend besetzte Gremium erarbeitet die Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns und definiert die Nachhaltigkeitsziele der Arcandor AG. Unter dem Vorsitz des Konzernvorstands für Gesellschaftspolitik steuert er die Nachhaltigkeitsaktivitäten der Arcandor AG in Zusammenarbeit mit den Konzernfunktionen und den Beteiligungsgesellschaften. Die Verantwortung für die Koordinierung sämtlicher Nachhaltigkeitsaspekte innerhalb der Konzern-Holding sowie im Austausch mit den Beteiligungsgesellschaften übernimmt die Abteilung Gesellschaftspolitik. Hier werden die Nachhaltigkeitsaktivitäten der Finanzholding initiiert und koordiniert. Dazu gehört ebenso, sich der Wahrnehmung von Aufgaben des Umweltschutzes und der gesellschaftlichen Verantwortung durch die Beteiligungsgesellschaften zu vergewissern. Das geschieht kooperativ unter Wahrung der Eigenverantwortlichkeit der Beteiligungsgesellschaften. Mit ihrer mehrstufigen Organisationsstruktur des Bereichs Nachhaltigkeit stellt die Arcandor AG die Integration nachhaltigkeitsrelevanter Themen in sämtliche Geschäftsprozesse sicher.

Was möchten Sie mit der Mikroförderung bewirken? Warum gehen nicht größere Summen an nur eine oder zwei Einrichtungen?

Es geht uns um Vielfalt statt Einfalt, die man nur durch Vernetzung erreicht. Und Netze bestehen nicht nur aus zwei Knotenpunkten. Menschen kommen sich durch die Globalisierung immer näher. In Unternehmen genauso wie im Lebensalltag. Deshalb wurde das Thema kulturelle Vielfalt von der Arcandor AG bewusst in die Nachhaltigkeitskommunikation integriert. Im Juni unterzeichnete der Vorstand für Gesellschaftspolitik die „Charta der Vielfalt“ der Bundesregierung. Mikroförderungen können dazu beitragen, Diversity zu fördern und unsichtbare Barrieren in Business- und Lebenswelten zu überwinden. Zudem ist kreative Vielfalt inzwischen auch ein Wettbewerbsfaktor geworden.

Mikroförderung verweist aber auch auf regionales Engagement, aufs gleichzeitige Daheim- und In-der-Welt-Sein, auf Knotenpunkte im globalen Netzwerk. Es geht ums Mitmachen, Mitgestalten und Mithelfen. Diese Haltung setzt ein vielfältiges und multilokales bürgerschaftliches Engagement voraus. Ein Unternehmen ist ja auch „Bürger“ in einer zivilen Gesellschaft – es versteht sich als „Corporate Citizen“. Die Maxime „Think global, act local“ hat trotz ihrer inflationären Verwendung nichts an Aktualität verloren, denn nur wer global denkt/handelt und lokal handelt/denkt, kann die Chancen der Globalisierung für die Gestaltung der eigenen Zukunft wirklich nutzen. Der Satz des Mediziners Dietrich Grönemeyer bringt es auf den Punkt: „Liebe und kultiviere Deine Heimat und sei Weltbürger.“

Welche anderen Aktionen liegen Ihnen bei Arcandor besonders am Herzen?
Es wäre nicht fair, hier ein konkretes Projekt hervorzuheben, denn es geht um etwas Allgemeines: um gelebte Nachhaltigkeitskultur. Ich sage absichtlich nicht „Management“, weil etwas managen bedeutet, Dinge nur auszuführen und Handlanger zu sein. Nachhaltig zu wirken – im wahrsten Sinne des Wortes – bedeutet aber, dass man unternehmerisch denken und handeln muss. Dazu braucht es Innovation, Risikofreude und Motivation. Das lässt sich nicht in einem Kästchen aus Kennzahlen wiedergeben. So ist unser Nachhaltigkeitsbericht wie die sichtbare Spitze eines Eisbergs, bei dem nur ein Siebentel an der Oberfläche herausragt. Authentische Nachhaltigkeitskommunikation macht die anderen Teile, die Geschichten hinter den Zahlen, transparent. Ich bin mir bewusst, dass nur, wer sich auch emotional bewegt, etwas bewegen und bewirken kann. Es kommt darauf an, Verantwortung zu übernehmen: für andere und für sich selbst. Viele Manager verweisen darauf, weisungsgebunden zu sein. Und zuweilen wird die Last der Entscheidung dann auf viele Schultern verteilt, um sie in der Unverbindlichkeit der Gruppe bequem abzulegen. Doch das entschuldigt nichts, denn Verantwortung reicht über die eigene Aufgabe hinaus, die einem unmittelbar zugewiesen ist. Wer das erkennt, dem bringen die Jahre vieles bei, wovon die Tage nichts ahnen. Zukunft hat nur, wer sich über sie Gedanken macht.

Vor diesem Hintergrund entstand das Projekt „Verantwortung tragen“?
Ja, denn „Verantwortung tragen“ meint aktive Verantwortung und nicht, in die Verantwortung „gezogen“ werden. Sie kann weder delegiert noch übertragen werden. Wer sich ihrer bewusst wird, erfährt sich selbst als Lebensgestalter und nicht Verwalter. „Verantwortung tragen“ ist ein Bekenntnis, aber auch eine Haltung und ein Lebensgefühl: „Ich tue es!“ Es geht um Selbstverantwortung statt passiver Verdrossenheit, darum, das eigene Tun nicht als Last, sondern als Lust zu empfinden. Menschen, die bereit sind, für andere und für sich Verantwortung zu übernehmen, sind eingeladen, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Sie sind prominent wie namhafte Unternehmer, Politiker und Künstler, aber auch unbekannt – entscheidend für das Projekt ist es, dass sie bereit sind, in die Verantwortung zu gehen. Hier kam es darauf an, ein „Dingsymbol“ zu finden, das in allen Kulturkreisen bekannt ist und für sich selbst spricht. Der Teddy ist solch ein kulturelles Zuwendungsobjekt, das die Rolle eines Freundes einnimmt. Seine Botschaft ist leise, unaufdringlich und erzählt etwas über uns selbst, ist Teil der eigenen Identität und Geschichte. Das „Friedensspielzeug der Menschen“ steht für kreatürliche Unschuld und bietet Projektionsflächen für Gefühle und Ideen. Er erinnert auch daran, schonend mit den Dingen umgehen. Der Teddy ist also zugleich ein Symbol für Nachhaltigkeit. Er wird vererbt, verschenkt, gesammelt und existiert häufig länger als die Menschen, denen er gehört. Seine Botschaft liegt nur teilweise in ihm selbst. Der Kontext, der Rahmen, in dem er zu finden ist, entscheidet mit über den Bedeutungszusammenhang, den er vermittelt.

Vor diesem Hintergrund entstand das gesellschaftspolitische Gemeinschaftsprojekt „Verantwortung tragen“: Der in limitierter Auflage von 500 Exemplaren in Handarbeit hergestellte Sammlerteddy der Teddy-Hermann GmbH mit Sitz in Hirschaid bei Bamberg ist 13 cm groß und aus hochwertigem Mohairmaterial gefertigt. Um den Hals trägt er einen lindgrünen Wollfilzschal mit dunkelbrauner Stickung „Verantwortung tragen“. Die Pfoten sind aus beigem Wollfilz. Die gestickte Schnauze und die gekrallten Pfoten wurden farblich auf die dunkelbraune Stickung des Schals abgestimmt. An der Brust trägt der Teddy ein Messingsiegel mit der registrierten Bildmarke „Hermann Teddy Original“. Das Design wurde alten Schnittmustern des 1912 in Sonneberg/Thüringen gegründeten Familienunternehmens nachempfunden. Gefüllt ist der Teddy mit Polyesterfaser und Kunststoffgranulat.

Menschen mit gleicher Sinnenergie werden mit dem Teddy fotografiert und geben dazu ein Statement ab, so dass sich Bild und Text ergänzen. Darüber hinaus wird das „Friedensspielzeug“ immer dann fotografisch integriert, wenn unsere ökologischen und sozialen Unternehmensprojekte und -aktivitäten dokumentiert werden. Er zeigt durch seine Präsenz, wie lokale und globale Aktivitäten miteinander zusammenhängen, und dass Initiative etwas ist, das alle Menschen gleichermaßen erfasst.

Das Projekt selbst ist der Nachhaltigkeit verpflichtet: Es wird finanziert aus den Tantiemen unseres Buches „Die Andersmacher. Unternehmerische Verantwortung jenseits der Business Class“ (Kamphausen Verlag, 2008). Die limitierten Teddy-Exemplare werden nicht verschenkt. Behalten darf ihn nur derjenige, der auch bereit ist, Verantwortung für dieses Projekt zu übernehmen, indem er sich mit einer entsprechenden Aussage bekennt.

Der Nachhaltigkeitsteddy bringt zum Ausdruck, dass, wer etwas kommuniziert, auch Verantwortung für das Wort trägt, durch das moralische Qualitäten sichtbar werden. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt – das Wesen der authentischen Nachhaltigkeitskommunikation. Sie bedeutet nämlich nicht nur, mithilfe von Dingen etwas auszudrücken, sondern mit ihnen selbst – indem sie berührt und „gebraucht“ werden.

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