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Bochums erfolgreicher Agenda-Prozess mit Unternehmensbeteiligung

Bochum > Der Agenda-Prozess in Bochum beteiligt, fordert und fördert Unternehmen. Den aktuellen nachhaltigen Handwerksführer hat CSR NEWS vorgestellt. Nun werden weitere Projekte diskutiert: Eine Neuauflage des nachhaltigen Einkaufsführers etwa und ein Ratgeber mit Ideen und Adressen für arbeitslose Menschen. Aber zunächst ist noch in diesem Herbst eine zentrale Frage zu beantworten: Was spricht dafür, den Agenda-Prozess über das aktuelle Jahr hinaus fortzuführen?

In Bochum hat der Stadtrat 1997 die Umsetzung einer Lokalen Agenda 21 zur nachhaltigen Stadtentwicklung beschlossen und dazu einen Beirat berufen. Dessen sehr engagierter Vorsitzender ist heute Michael Wenzel, im Hauptberuf Geschäftsführer des Mietervereins Bochum, Hattingen und Umgegend e.V. Aus seiner beruflichen Tätigkeit kennt Michael Wenzel die sozialen Verwerfungen, die sich an mancher Stelle des städtischen Gemeinwesens abzeichnen. Der Agenda-Prozess ist für ihn daher nicht nur ein ökologischer, sondern auch ein sozialpolitischer. Unternehmen gehören deshalb mit an den Tisch. Dafür engagiert sich Wenzel in der Bochumer Agenda-Arbeit. Und dafür hat auch bereits seine Vorgängerin Bettina Eickhoff, selbst Unternehmerin in Bochum gekämpft. So entstand der Bochumer Nachhaltigkeitscheck 2004 unter Beteiligung von acht Unternehmen, eine ökonomische, ökologische und soziale Selbstverpflichtung. Zu dieser Form der Corporate Social Responsibility bekannten sich damals die GLS Gemeinschaftsbank eG, die Hasenkamp GmbH, das Louis-Baare-Berufskolleg, die Privatbrauerei Moritz Fiege, die Stadtwerke Bochum GmbH, die USB Umweltservice Bochum GmbH, die VBW BAUEN UND WOHNEN GmbH und die Nokia GmbH. Von dem letztgenannten Unternehmen ist nicht nur Michael Wenzel enttäuscht, die gemeinsam entwickelte Selbstverpflichtung hält er aber für zukunftsweisend.

Der Beirat trifft sich vierteljährlich als Ganzes und monatlich in der Programmgruppe als Unterausschuss. Derzeit wird an Indikatoren für die Messbarkeit von Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsfortschritten gearbeitet. Solche Indikatoren würden ein Benchmarking ermöglichen und den Agenda-Prozess entscheidend voran bringen. Man könnte ihn damit sogar für abgeschlossen halten. Und deshalb will Michael Wenzel die Diskussion über die Zukunft der Agenda-Arbeit fördern. Denn das in dem Agenda-Beirat ermöglichte Miteinander zur nachhaltigen Stadtentwicklung von Politik, Bürgern, Unternehmen, Hochschulen, Kirchen, Gewerkschaften und anderen gesellschaftlichen Verantwortungsträgern hält er auch zukünftig für wichtig. Wenzel wünscht sich eine aktive Beteiligung aller Partner – die IHK könnte dabei ruhig noch zulegen – und rechnet auch von politischer Seite weiterhin mit Unterstützung für diesen Prozess. Nur mit dem Begriff „Agenda 21“ ist er nicht glücklich: So wurde er von Bürgern bereits angesprochen, weil diese ihn für den Verantwortlichen zur Umsetzung der Schröderschen Agenda 2010 hielten.

Die Bochum-Agenda 21 im Internet:
www.bochumagenda21.de

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