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LBBW will mit Projektfinanzierung Erneuerbarer Energien punkten

Leipzig > Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) will ihr Kreditvolumen für Erneuerbare Energien innerhalb der nächsten beiden Jahre auf 4 Milliarden Euro verdoppeln. Investitionen in nachhaltige Energieprojekte sind langfristig stabil, bieten eine gute Rendite und ein überschaubares Risiko. Das erklärte Harald Zenke, Bereichsleiter der LBBW für strukturierte Finanzierungen, gegenüber CSR NEWS.

Im Rahmen der Konferenz Erneuerbare Energien stellte die LBBW gestern in Leipzig ihr Konzept zur Projektfinanzierung vor und diskutierte die zukünftige Rolle regenerativer Energien mit Experten und den rund 150 Teilnehmern. Durch die Integration der Landesbank Rheinland-Pfalz und der Sachsen LB koordiniert die LBBW die Projektfinanzierung für Erneuerbare Energien heute mit 18 Mitarbeitern an den drei Standorten Mainz, Leipzig und Stuttgart. Die Projekte laufen in der Regel über 15 bis 17 Jahre; ein Mitarbeiter begleitet zwischen drei und fünf Projekte. Finanziert wird vorwiegend in den Bereichen Windenergie und Photovoltaik, hinzu kommen Geothermie, Biomasse und Biogas. Projektfinanzierungen für Windenergie liegen derzeit an der Spitze, Photovoltaikprojekte werden in den nächsten anderthalb Jahren voraussichtlich gleichziehen. Die Tagungsteilnehmer waren sich einig: Angesichts langfristig steigender Ölpreise und des enormen Energiebedarfs aus Asien wird der Markt für erneuerbare Energien deutlich wachsen.

Die LBBW bietet nachhaltige Assets an und erlebt dabei eine große Kundennachfrage. Zugleich werden im Unternehmensbereich die Hersteller technischer Module für erneuerbare Energien finanziert. Das sind zumeist Mittelständler, und Harald Zenke sieht seine Bank somit in der Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Deutschland ist in Bezug auf die Technik erneuerbarer Energien führend, was nicht zuletzt diesen innovativen Mittelständlern zu verdanken ist. In der Projektfinanzierung will sich die LBBW gemeinsam mit ihren Kunden Fragen stellen, die aus Sicht der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung wichtig sind: Welchen Technologien gehört die Zukunft? Aber auch: Wie gehen wir mit dem verbrauchten Kadmium um? Und Zenke weiß, dass seine Kunden diese Fragen interessieren und dass eine Bank mit nachhaltigen Investments punkten kann.

Die Windenergie ist historisch stark am Standort Leipzig aufgestellt, berichtet Wolf-Rüdiger Stahl, Abteilungsleiter Project Finance Renewables bei der LBBW. In Leipzig findet sich auch die Solarindustrie, und von hier aus koordiniert die LBBW Projekte in Osteuropa. In Tschechien wurde bereits ein Windpark finanziert, für Bulgarien liegen zwei Projektanträge zur Prüfung vor, und auch mit Projektpartnern in Polen ist die LBBW im Gespräch. Dabei werden technische Fragen ebenso sorgfältig geprüft wie das rechtliche Umfeld für diese Investitionen. Und auch Stahl betont, dass sich diese Projekte gut steuern lassen und die Risikobeimischung gering ausfällt.

Vor drei Jahren erlebte Spanien einen Boom im Photovoltaik-Bereich, derzeit zieht es viele Investoren nach Italien und Griechenland. Für die Bank stellt sich die Frage: Wohin geht es in den nächsten Jahren? Deshalb werfen die Projektfinanzierer einen ersten vorsichtigen Blick in den Nahen und Mittleren Osten. Das solches Investment überschaubar und gut kalkulierbar bleibt, dazu trägt nicht zuletzt eine Technik “Made in Germany” bei. Und so fördert die Projektfinanzierung die heimische Wirtschaft. Und die Anlagenbauer ihrerseits bringen als Vertriebsunterstützung die LBBW als Finanzierungspartner für die Projektbetreiber mit.