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Football for Hope: Südafrika und FIFA wollen CSR mit Qualität und weltweiten Partnern

Berlin > Das Fußballspielen hat Sunwabo Funde in Südafrika wie viele junge Leute mit einem Tennisball gelernt. Heute spielt er zwar nicht in einem internationalen Club oder in der Nationalmannschaft seines Landes. Aber Seine Exzellenz ist Botschafter der Republik Südafrika in Deutschland und stolz darauf, die nächste Fußballweltmeisterschaft in seinem Land begrüßen zu dürfen. Gewinner dieser Weltmeisterschaft werden die jungen Menschen in Afrika sein, betont Funde. Fußball ist die populärste Sportart für junge Menschen in Südafrika. Und damit über diesen Sport Bildungs- und Gesundheitsinitiativen in das Land transportiert werden, unterstützt der Botschafter die Corporate Social Responsibility-Programme der FIFA. Heute mit einem Pressefrühstück in seiner Botschaft.

Der gebürtige Argentinier Federico Addiechi ist Leiter der FIFA-Abteilung für Soziale Verantwortung und verfügt über ein Butget von 20 Millionen Dollar. 0,7 Prozent des Gesamtumsatzes stellt die FIFA für CSR-Programme zur Verfügung. Durch Partnerschaften soll der FIFA-Förderbetrag multipliziert werden. Addiechi weiß, dass auch die FIFA sich kritischen Fragen zur Qualität und Nachhaltigkeit des CSR-Engagements stellen muss. Und dazu kann er heute einiges berichten:

Selbstkritisch weiß Addiechi zu berichten, dass manche Programme der Vergangenheit wenig mit dem „core business“ des Weltfußballverbandes zu tun hatten. So besteht seit 1995 eine Kooperation mit den SOS-Kinderdörfern. Bei der letzten Fußball-WM lief mit diesem Partner die Aktion „6 Dörfer für 2006“. 31 Millionen Dollar kamen zusammen, genug um diese Dörfer zu bauen und 10 Jahre lang zu unterstützen. Eine großartige Leistung für die Kinder in diesen Dörfern. Der Fußball spielte dabei aber nur die Rolle eines PR-Kanals, und das hat die FIFA- mit Blick auf die Zukunft geändert. In den aktuellen Programmen steht der Fußball selbst im Mittelpunkt und verbindet das soziale Engagement der FIFA und seiner Mitglieder mit dem Engagement anderer gesellschaftlicher Akteure.

Dazu hat die FIFA einen Partner gewählt, streetfoodballworld, und mit diesem Partner gemeinsam die Bewegung „Football for Hope“ ins Leben gerufen. Seit 2005 gibt es bei der FIFA die Kommission für fair play und soziale Verantwortung und jene CSR-Abteilung, die Federico Addiechi heute leitet. Vier Schwerpunktthemen beschäftigen ihn dort: die Spieler der FIFA und ihrer Mitgliedsverbände, das Spiel und Themen wie Doping, Gewalt oder die Hooligans, die Gesellschaft und die Umwelt. In 208 Ländern hat die FIFA Mitglieder, entsprechend groß ist der Aktionsradius. Kann der Fußball die Welt verbessern? Diese ambitionierte Frage will Addiechi nicht einfach bejahen. Aber Fußball kann viel zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen weltweit leisten. Dazu braucht die FIFA vor allem zuverlässige Partner und tragfähige Netzwerke.

Ein solches Netzwerk hat Jürgen Griesbeck, Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter von streetfoodballworld, aufgebaut. streetfoodballworld ging 2002 an den Start. Damals war klar, dass die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland stattfinden und eine großartige Kommunikationsschiene bieten würde. Vier Jahre lang förderte die Bundesregierung das Unternehmen und ermöglichte den Aufbau von weltweiten Partnerschaften und besonders von Vertrauen zwischen den Partnern. „Das Umfeld von Nichtregierungsorganisationen ist hoch kompetativ und die Zusammenarbeit sowie eine gemeinsame Zielsetzung nicht einfach“, hat Jürgen Griesbeck erfahren. Trotzdem war er erfolgreich. Etwa 75 Organisationen gehören heute zum Netzwerk von streetfoodballworld, dessen Schwerpunkte in Afrika, Südamerika und Europa liegen. Über die Hälfte der Mitglieder kommen aus aus Sub-Sahara-Afrika. In Nordafrika streetfoodballworld selbst nicht vertreten, kooperiert aber mit Special Olympics und deren Initiativen zur Integration geistig behinderter Sportler.

streetfoodballworld will zentrale Schnittstellenaufgaben wahrnehmen, Erfahrungen lokaler Initiativen aufgreifen und weltweit nutzbar machen. Und nach vier Jahren Aufbauarbeit kann streetfoodballworld nun mit gestärktem Selbstbewusstsein neue Partner suchen. Diese Partner widmen sich nicht alleine dem Fußball, sondern gesellschaftlichen Herausforderungen wie Bildung, Gesundheit oder Armutsbekämpfung. Und Partner hat streetfoodballworld auch auf der Seite der Unternehmen gefunden. Das sind inzwischen Cisco Systems und Sony, an deren Engagement Jürgen Griesbeck in Bezug auf die Medienarbeit große Erwartungen setzt. Es geht darum, dass lokale afrikanische Partner die Erstellung von Medienmaterial erlernen und perspektivisch junge Menschen die Chance zum Berufseinstieg in die Medienwelt erhalten.

Im Mittelpunkt der Football for Hope steht der Aufbau von 20 Zentren, fünf davon in Südafrika und 15 in anderen afrikanischen Ländern. Kenia, Ghana, Mali, Namibia, Ruanda stehen bereits als Profiteure dieser Zentren fest. Dort soll ein Kleinsportfeld von 20 mal 40 Metern mit weiteren Infrastrukturangeboten für Bildung und Gesundheitsförderung verbunden werden. Damit das gelingt, wird die Planung der Zentren pro bono von architectures for humanity geleistet und die Gestaltung der Projekte sehr sorgfältig mit den lokalen Partnern und der Bevölkerung diskutiert. „Local ownership“ ist unerlässlich, damit diese Zentren eine Zukunft haben. Die in den Zentren aufgebaute Infrastruktur soll dann auch den lokalen Bildungs- und Gesundheitsträgern wie Schulen oder AIDS-Initiativen zur Verfügung stehen.

FIFA und streetfoodballworld wollen aus den Erfahrungen der Football for Hope-Bewegung lernen. Deshalb wird mit dem Start bereits ein Monitoring- und Evaluationssystem aufgebaut, derzeit in einer Pilotphase mit fünf Organisationen. Bis 2015 sollen 100 Organisationen im dem System erfasst und so als lernende Institutionen gefördert werden. Es geht um die Effizienz von Managementprozessen und um den gesellschaftlichen Output der Projekte. Es geht nicht um die Entscheidung über die Mittelvergabe, wie Federico Addiechi betont.

Weitere Informationen im Internet:
www.streetfootballworld.org

Foto: Südafrikas Botschafter Sunwabo Funde und streetfoodballworld-Geschäftsführer Jürgen Griesbeck (Botschaft Südafrikas)

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